Erfahrungsbericht 2003

Regenbogenfahrt 2003

Alles in allem eine gelungene Tour

Am 22. August war es endlich soweit! Wir trafen uns gut gelaunt, um zum 11. Mal die "Fahrt auf dem Regenbogen" in Angriff zu nehmen. Diesmal wollten wir von Kiel nach Greifswald radeln. Auf unserer Fahrt besuchten wir wie immer viele Kliniken mit Kinderkrebsstationen. In den Kliniken wurden wir herzlich empfangen und konnten mit Kindern, Eltern, Schwestern und Ärzten interessante Gespräche führen.

Im Gespräch speziell mit den Kindern konnten wir viel Hoffnung vermitteln und diesen am "lebendigen Beispiel" zeigen, dass sie wieder ganz gesund werden und dann sogar wieder Rad fahren können. Für einige Radfahrer unter uns war es schon ein Erfolg an der Radtour teilnehmen zu können. Andere freuten sich darüber, Freunde früherer Touren zu treffen, und die "Neuen" waren gespannt, was sie erwartete. Abends ließen es sich die jeweiligen Elterngruppen nicht nehmen, uns einen schönen Ausklang des Tages mit gutem Essen und abwechslungsreichem Programm zu bereiten.

 

Freitag, 22. August Ankunft in Kiel

Am Nachmittag kamen die Teilnehmer nach und nach in Kiel an. Der freudigen Begrüßung folgte das Bedauern darüber, dass einige angemeldete Radler leider nicht kommen konnten. Trotz gebrochenem Zeh fuhr Conny aber im Begleitfahrzeug mit und half bei der mentalen Unterstützung der Truppe, die diesmal aus Eva, Heiko, Henning, Hermann, Karl, Jule, Jürgen, Melanie, Michael D., Michael G., Niclas, Nicole B., Nicole K., Nicole v. R., Petra, Ria, Sascha, Sanja, Sebastian, Stefan und Udo bestand. Die Begleitfahrzeuge fuhren André (mit Conny) und Guido.

Abends wurden wir von der Kieler Elterngruppe mit einer Bootsfahrt (inklusive Buffet) in der Kieler Bucht überrascht. Zum krönenden Abschluss war, nachdem wir wieder ausgestiegen und uns von der Crew verabschiedet hatten, die Pier mit einem Gitter verschlossen. So mussten wir notgedrungen alle noch einmal auf das Schiff gehen. Der Kapitän schipperte zur nächsten Kaimauer, an der wir dann über das Dach des Schiffes ausstiegen.

 

Samstag, 23. August Kiel-Eutin 60 km

Auf der ersten Etappe von Kiel nach Eutin war es sonnig und es ging ein leichter Wind. Entgegen unserer Erwartung war die Landschaft nicht bretteben, sondern hatte ein welliges Profil. So sei die holsteinische Schweiz und Hügel seien nichts Ungewöhnliches, ließen uns die Mitglieder der Elterngruppe Kiel wissen, die uns ein Stück begleiteten. Nach zwei Empfängen durch die Stadtverwaltungen in Preetz und Plön kamen wir gegen 17.00 Uhr bei Kilometerstand 60 in Eutin an. Der Bürgermeister lud uns zu einer Bratwurst auf Schleswig-Holsteins größtem Flohmarkt ein, was wir dankend annahmen. Abends besuchten wir alle noch einmal den Markt, der sich in den Abendstunden zu einem Volksfest gewandelt hatte.

 

Sonntag, 24. August Eutin-Lübeck 60 km

Von Eutin nach Lübeck kamen wir gut voran. Vor dem Rathaus in Scharbeutz machten wir ein Gruppenfoto für Hermann, der an diesem Tag Geburtstag hatte und später zu uns stieß. An der Lübecker Stadtgrenze wurden wir von Vertretern der Elterninitiative empfangen, welche uns zu einem kleinen Empfang in der Jugendherberge begleiteten. Nach einer Stadtrundfahrt mit einer historischen Barkasse und dem Besuch der onkologischen Station der Kinderklinik wurden wir zu einem köstlichen Grillabend eingeladen.

 

Montag, 25. August Lübeck-Schwerin 85 km

Der Tag fing mit unserem ersten und einzigen "Platten" in diesem Jahr an. Doch Sanjas Rad war schnell repariert, so dass wir ohne große Verspätung unsere Termine einhalten konnten. Nach einem überraschenden Empfang bei der Überquerung des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" radelten wir auf Mecklenburg-Vorpommerns Pflasterstraßen. An der Schweriner Klinik stießen Eva, die "Neue aus Holland", und Stefan zu uns. Beim Abendessen im Tennisheim war Eva schon voll integriert.

 

Dienstag, 26. August Schwerin-Güstrow 90 km

Die nächsten 2 Tage begleitete uns eine Familie, deren Sohn Daniel auch an Krebs erkrankt war. Dafür hatten sie extra ihren Urlaub unterbrochen. Nachdem wir auf teilweise sehr ungemütlichen Wegen kräftig durchgeschüttelt waren, wurden wir abends mit einer Einladung ins Badeparadies "Oase" in Güstrow für unsere Strapazen belohnt. Dort ließen wir es uns in der Sauna und in den Schwimmbecken so richtig gut gehen. Leider kugelte sich Sascha am Abend die Schulter aus, so dass für ihn das Radfahren vorbei war.

 

Mittwoch, 27. August
Güstrow-Rostock 65 km

Starker Wind bestimmte diese Etappe. Er tobte bis zu Windstärke 7 und es war sehr anstrengend vorwärts zu kommen. Nach einem herzlichen Empfang und einer schönen Feier mit den betroffenen Jugendlichen im Hof der Kinderklinik in Rostock bezogen wir unser Quartier in einem Ferienzentrum in Warnemünde. Nach einer Bootsrundfahrt im Rostocker Hafen ließen wir den Tag dick eingehüllt bei frischem Wind am Strand von Warnemünde ausklingen.

 

Donnerstag, 28. August Rostock-Stralsund 105 km

Für zwei Teilnehmer endete die Tour an diesem Tag. Sie konnten krankheitsbedingt nicht mehr mitfahren. Wir besuchten die Krebs-Rehabilitationsklinik Graal-Müritz, wo wir ein Frühstück, untermalt mit musikalischer Begleitung, bekamen. So gestärkt gingen wir die noch vor uns liegenden 100 km an. Trotz schlechten Wetterberichts hatten wir klasse Wetter für unsere "Königsetappe". Wir kamen zügig voran, die Kilometer vergingen wie im Fluge und pünktlich um 18.00 kamen wir am Rathaus in Stralsund an. Dort erwartete uns sogar ein Fernsehteam.

 

Freitag, 29. August Ruhetag

Am heutigen Ruhetag war Ausschlafen, Bummeln in der Stadt, Fahrräder reparieren oder Besuch des Meereskunde-Museums Stralsund angesagt. Nachmittags fuhren wir gemeinsam auf die Insel Rügen, um uns dort am Abend die Störtebeker-Festspiele anzuschauen. Glücklicherweise ließ der strömende Regen rechtzeitig vor Beginn der Vorstellung nach, sodass wir nicht völlig durchnässt wurden.

 

Samstag, 30. August Stralsund-Greifswald 50 km

Die Schlussetappe absolvierten wir ohne große Schwierigkeiten, so dass wir pünktlich um 14.00 in Greifswald empfangen wurden. Nachdem wir uns in der Jugendherberge Greifswald frisch gemacht hatten, schlossen wir die diesjährige Radtour mit einem gemütlichen Beisammensein in der Marineschule in Wiek ab. Im Laufe des Abends ließen wir die Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge Revue passieren und freuten uns schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

 

Sonntag, 31. August Abfahrt/Fahrt auf Rügen

Nach dem Frühstück kam die Zeit des Abschiednehmens. Manche fuhren schon an diesem Tag heimwärts. Wer noch Zeit hatte, fuhr mit dem Auto zu einer kleinen Rundfahrt auf Rügen. Bei Sonnenschein und ganz ohne Räder erkundete diese Gruppe die Schönheit Rügens.

Es war eine sehr schöne Woche, in der wir viel Spaß hatten. Auf den 510 km wuchsen wir zu einer einzigen großen Gemeinschaft zusammen. Jeder fuhr mit jedem ein Stückchen, die schnellen Radler schoben die langsamen am Berg an. Wenn einer mal nicht mehr konnte, wartete die ganze Gruppe, bis er sich so weit erholt hatte, dass er wieder mitmachen konnte. Wenn es gar nicht mehr ging, kamen André und Guido, luden das Fahrrad auf den Hänger und der Fahrer stieg in den Bus, wo er sich erholen konnte, um am nächsten Tag wieder mitradeln zu können. Die beiden Busfahrer sorgten dafür, dass es uns an nichts fehlte. Sie erledigten Besorgungen, regelten die Empfänge, sammelten erschöpfte Radler auf und warteten an den Unterkünften mit dem Gepäck auf uns. Sie waren die guten Selen der Tour. Ich möchte ihnen hiermit nochmals ein Dankeschön aussprechen!

Udo Drikitis

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