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Tag 8 – 26.08.2017 : Bingen – Koblenz

29. August 2017

Liebe treue BlogleserInnen,

nun ist sie vorbei – unsere Jubiläumstour, die 25. Regenbogenfahrt. Hinter uns liegen 11 Klinikbesuche, viele Kinder und Jugendliche, die wir besucht haben, 644 zurückgelegt Kilometer, 8 Tage auf dem Fahrrad und so viele schöne, berührende, emotionale Momente. Es fällt uns allen schwer, uns zu verabschieden von liebgewordenen Menschen, von einer Gemeinschaft, die seinesgleichen erst finden muss, von lieben Freunden, Zurückzufinden in den Alltag, der in der letzten Woche ganz weit weg war, das Erlebte zu verarbeiten, …

Jetzt möchten wir euch aber noch vom gestrigen Tag berichten. Um 8 Uhr in der Früh starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück an unserer Unterkunft in Gensingen. Mittlerweile fiel es uns schwer, den Überblick zu behalten, wer aller zu unserer Gruppe dazu gestoßen war. Die Gruppengröße betrug exakt 76 – Flo hat sie alle gezählt -, so groß wie noch nie. Alex benötigte bei der Begrüßung der neuen Mitfahrer sogar einen Spickzettel, um ja niemanden zu vergessen. Es waren eine Gruppe Jugendlicher aus Koblenz, ehemalige Mitfahrer, Menschen, die der Regenbogenfahrt in irgendeiner Form verbunden sind, und viele mehr.

30 Kilometer war die erste Teiletappe dieses Tages lang, die wir mühelos am Rhein entlang herunterstrampelten. Wie schon das Siegerland vor einigen Tagen, begeisterte uns auch diese Landschaft sehr. Es reihte sich Burg an Burg und Schiff an Schiff. Einfach schön anzuschauen. Wir stoppten in Oberwesel und erfreuten uns an den dargereichten Getränken in der Loreley Klinik.

Der weitere Weg führte uns erneut flach am Rhein entlang. Da wir zu früh dran waren, blieben wir kurzerhand an diesem schönen Fluss stehen und pausierten ein wenig in der Sonne. Am vermeintlichen Treffpunkt in Boppard angekommen, stutzten wir, da niemand auf uns wartete. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass wir weitere 100 Meter zurücklegen mussten, um an den richtigen Ort zu gelangen. Halt machten wir dann im Rathaus, das sich in einer Fußgängerzone befindet. Eine Dame wollte partout nicht wahrhaben, dass auf einmal mehr als 70 bunt gekleidete Menschen an ihr vorbeifuhren, so dass sie sich uns kurzerhand mit verschränkten Armen in den Weg stellte und an der Einfahrt hindern wollte. Das gelang ihr aber nicht und sie gab nach Andis freundlichen Erklärungen schließlich auf. Von einem Vertreter des Bürgermeisters, der sich für heute leider entschuldigen musste, wurden wir erfreut empfangen und begrüßt. Für uns ist immer schön zu sehen, wie fremde Menschen, die unser Projekt vor der Begegnung mit uns nicht kannten, von dieser Idee so berührt werden und ihre Begeisterung zum Ausdruck bringen.

Nun hatten wir nicht mehr viel Strecke vor uns und so langsam kam Wehmut auf im Fahrerfeld. Wussten wir doch alle, dass unsere gemeinsame Zeit der 25. Tour nun bald vorbei sein würde. Was dann passierte, hatte wohl die Mehrheit der MitfahrerInnen nicht geahnt. Ein wahres Novum: Regenbogenfahrt trifft Rhine on Skates. Diese legen 135 Kilometer am Rhein entlang auf Inlineskates zurück und waren ziemlich flott unterwegs, so dass wir Mühe hatten Schritt zu halten ;-)- Es war beeindruckend, die lange Schlange der 700 Fahrerinnen an unserer Gruppe vorbeiziehen zu lassen. Die ein oder andere Laolawelle und Tinas Seifenblasen waren nicht vermeidbar. Alex hatte zu Beginn der Tour den Wunsch geäußert, für unsere Facebook-Seite die 3000 Fanmarke zu knacken und im Laufe der Woche überall, wo wir uns befanden, Werbung dafür gemacht. So auch hier. Er schnappte sich das Megaphon und animierte die anwesenden 700 Leute dazu, ihre Handys zu zücken und uns nicht nur auf Inlinern sondern auch online zu verfolgen.

Und am Sonntag Abend war es dann endlich so weit: die 3000er Marke ist überschritten!

Nach Koblenz zogen wir nach einem gemeinsamen Gruppenfoto, in einer riesigen Kolone ein. Bisher einmalig in der Geschichte der Regenbogenfahrt. Ein beeindruckendes Bild.

Vertreter der Klinik und des Elternvereins in Koblenz erwarteten uns schon gespannt, wir kamen ins Gespräch mit Betroffenen auf der Station und konnten auch hier unsere Botschaft glaubwürdig weitergeben. Unser Song, ein letztes Mal während dieser Tour dargeboten und von Verena immer treffend anmoderiert, rührte nicht nur die Herzen der Kinder. Auch für uns selbst ist es immer wieder ein emotionaler Moment, diese Worte zu singen und dabei in die Gesichter der Betroffenen zu schauen. Einfach unbeschreibliches Gänsehautfeeling.

Weiter ging´s zum Deutschen Eck, wo wir vor einem Denkmal ein schönes Gruppenbild entstehen ließen. Was zum 25-jährigen Jubiläum nicht fehlen darf, ist eine lebendige 25, die aus der Luft gefilmt und fotografiert wurde. Spektakuläre Bilder aus luftiger Höhe, das gibt’s auch nur alle 25 Jahre.

Ein letztes Mal aufsatteln und ab zum Hotel. Plattfußbedingt kamen nicht alle gleichzeitig an. Eine Mitfahrerin bevorzugte es, die letzten 100 Meter im Begleitbus zurückzulegen. Neben ihr gab es zwei weitere luftlose Reifen, die sich schon zu einem früheren Zeitpunkt im Verlauf des heutigen Tages entschieden hatten, zu platzen. Traditionell stießen wir mit Sekt auf eine gelungene 25. Regenbogenfahrt an. Überglücklich, so viele Kilometer auf dem Rad bewältigt zu haben, fielen wir uns in die Arme und gratulierten uns gegenseitig zu dieser großartigen Leistung.

Zum Abendprogramm wurden sehr viele Gäste erwartet, die der Einladung gerne nachgekommen waren. Hanjo Allinger sprach von der Idee, die er vor 25 Jahren in die Tat umgesetzt hatte, Benedikt Geldmacher, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderkrebsstiftung, und unsere diesjährige Schirmherrin Anna Loerper, Kapitänin der Detuschen Handball-Nationalmannschaft, richteten ebenfalls warme Worte an uns. Ein kleines Sahnehäubchen des Abends war ein von Astrid geschnittener Best of Film der letzten Jahre, der uns unglaublich begeisterte und so manchen zu Tränen rührte, dass minutenlange Standing Ovations die einzige gesunde Reaktion darauf darstellten. Die Chronik der Regenbogenfahrt, die auf Initiative aus den eigenen Reihen in monatelanger Kleinarbeit entstand, wurde vorgestellt und an alle anwesenden verteilt. Sogleich kehrte Stille ein, da alle sehr vertieft in dem Werk stöberten. Außerdem wurde das Rätsel der Armbinden und Schnabelbecher gelöst. Was genau, werdet ihr in Kürze erfahren.

Ja, was bleibt uns noch zu sagen, auf jeden Fall ein riesen großes DANKE an alle, die zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben. Wir alle sind ein Zahnrädchen im großen Ganzen und nur gemeinsam ist die Regenbogenfahrt Jahr für Jahr stemmbar. Dass wir das alle mit Liebe und Leidenschaft tun, gibt dieser Aktion den notwendigen Schliff, das Besondere, den Spirit. Wir sind alle so dankbar und froh, Teil dieser einzigartigen und so wunderbar verrückten liebenswerten Gemeinschaft sein zu dürfen. So wie wir bis ins Morgengrauen hinein tanzten und wirklich die Sau raus ließen, so soll die Tour auch noch sehr sehr lange bestehen bleiben und viele Menschen erreichen, denn EINS WERDEN WIR NIEMALS TUN: AUFGEBEN!

Wir freuen uns schon jetzt alle sehr auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt :

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Eure RegenbogenfahrerInnen

Tag 7 – 25.08.2017 : Frankfurt – Bingen

26. August 2017

Liebe Leute,

der vorletzte Tag unserer Jubiläumstour ist vorbei. Der Countdown läuft. Manuela wird wissen, was wir meinen 😉 …

Gestartet sind wir frohen Mutes und ein bisschen müde in Frankfurt.

Novum des Tages: Als alle weg waren, wachte Hansi auf.

Stell dir vor, es ist Regenbogenfahrt und keiner ist da. Unser Gutster hatte rettungslos verschlafen wie noch nie jemand verschlafen hat und konnte den Tross nur noch mit Hilfe von Flocke einholen. Danke, Flocke! Ohne dich würde Hansi immer noch im Pearl Hotel verweilen.

Das Fahrerfeld vergrößerte sich erneut. Wahrscheinlich fiel auch deshalb Hansis Fehlen nicht auf, da man bei 50 Menschen leicht den Überblick verlieren kann. Unter das Volk der Pedalritter mischten sich folgende Persönlichkeiten: Magdalena, rasende SWR-Reporterin und im Nebenberuf treue Begleiterin von Thomas; Johanna aus Mainz in Begleitung ihrer Begleiterin; Prof. Niehues, seines Zeichens Klinikleiter in Krefeld; Almute Klein, Vorsitzendes des Elternvereins in Vechta und Dr. Josef Erkel, Kinderarzt aus der selben Stadt und als Sportler ein Dreamteam; Philip Baum, Stiftungskurator und ZDF-Türöffner auf höchster Ebene und Hanjo, weil er wusste, dass es Eis gibt.

Die ersten 40 Kilometer legten wir in 120 Minuten zurück, Johannes war kurz mit von der Partie und Georg dafür nicht. Er bevorzugte es, 20 Kilometer im Bus zu verbringen, da er die restliche Wegstrecke altersbedingt sonst nicht geschafft hätte.

Im Deutschen Kinderkrebsregister, das sich in Mainz befindet, wurden wir sehr herzlich empfangen. Wir freuten uns unbändig über die wunderschöne süße Regenbogentorte, die uns die MitarbeiterInnen überreicht hatten. Dafür und für noch vieles mehr bedankten wir uns mit tosendem Applaus.

Obwohl man Geschenke normalerweise nicht weiterverschenkt, taten wir dies in dem Fall schon und nahmen sie mit auf die Station, die wir gleich im Anschluss ansteuerten. Es war wie immer ein sehr intensiver und bewegender Besuch, den wir mit unserer gesanglichen Darbietung abschlossen. Erwähnenswert ist noch die Projektvorstellung der Sporttherapeutin am Klinikum. Dass Sport zur Gesundung beiträgt, ist für uns selbstverständlich. Vielen Dank für den wissenschaftlichen Einblick in die Arbeit.

Frisch gestärkt machten wir uns auf zum ZDF-Fernsehgarten, wo wir viele Mainzelmännchen und noch viel mehr entdecken konnten. In unserer Art sorgten wir ordentlich für Stimmung und irritierten in der Applausordnung geringfügig die Statisten. Egal, wir hatten Spaß.

Maria probte gefühlte fünf Mal den Abstieg vom Fahrrad unter laufender Kamera. Als es der Kameramann endlich im Kasten hatte, konnten wir unsere Fahrt mit einem Zeitverzug von 3,5 Minuten fortsetzen.

Heute ließen wir es wirklich krachen. Es krachte nicht nur im Himmel, sondern auch in der Waffel, nämlich in der Eiswaffel. (Grade kommt Andi und schwatzt uns von der Seite an – Echtzeitprotokoll). Mit dieser besonderen Erfrischung waren die letzten 11 Kilometer locker zu schaffen – dachten wir. Und dann krachte es. Thomas kam gar nicht mehr dazu, uns das Himmelsphänomen zu erklären, da waren wir schon pitsche patsche nass und wurden ständig geblitzt. Schutz fanden wir unter einer schmalen Autobahnbrücke. Als alle mehr oder weniger Platz gefunden und wir die Hände frei hatten, winken wir sämtlichen LKW-Fahrern und anderen Verkehrsteilnehmern freudig zu. Die Reaktion der Fahrer reichte von Lichthupe über Signalhupe bis zum Spurwechsel. Ihr dürft glauben, wir hatten unseren Spaß daran und hätten fast den Zeitpunkt verpasst, als es nicht mehr regnete. So setzte sich der erste Trupp in Bewegung, um in Richtung Hotel zu fahren. Die anderen wollten das Gewitter erst endgültig abwarten. Möglicherweise stehen sie immer noch dort.

Wir hatten keine Probleme damit, in Sutter´s Landhaus, einem Vier-Sterne-Hotel, tropfnass anzukommen. Handtücher gab´s genug und der Portier wischte nach unserer Ankunft erst mal feucht durch, um die gröbsten Spuren zu beseitigen.

Warm geduscht, frisch gestylt und froh im Trockenen zu sein, trafen wir zum Abendessen auf mindestens 10 ehemalige Regenbogenfahrer, um mit ihnen das vorzügliche Abendbuffet zu verspeisen. Es war ein schöner gemütlicher Abend, den einzig Manuela nur bedingt genießen konnte. Ihr und manch anderem stellte sich heute die Frage, warum 7 RegenbogenfahrerInnen eine regenbogenfarbene Armbinde trugen. Die Antwort: Es ist eine Frage des Alters.

Tingel-Tangel-Lu dagegen hat ein ganz anderes Problem. Er wurde gestern nicht erwähnt und soll heute besonders genannt werden. Vielen Dank für deinen großartigen Sperreinsatz! Du bist Teil des besten Sperrerteams, das wir je hatten! Und Filiz seit gestern ebenso!

Liebe Leute, all die Tage, von denen wir jetzt berichtet haben, sind nur möglich, weil es ganz verrückte Typen gibt, die ihre Urlaubstage darauf verwenden, um die Tour vorher abzufahren. Alex, Dr. Georg und Sven übernahmen heuer diesen Job und sind mit Geld nicht zu bezahlen. Deshalb versuchen wir es mit Keksen.

Wie immer ist es längst nach Mitternacht und der Blog war heute nur möglich, weil Alex den Kellner spielte und uns einen letzten Drink spendierte. Du bist ein Schatz <3! Und hast den Nikolaus mehr als verdient.

Zumindest wir zwei freuen uns darauf, dich morgen früh um 8 Uhr rufen zu hören:

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Guts Nächtle, eure Bloggerinnen

Tag 6 – 24.08.2017 : Gießen – Frankfurt

25. August 2017

Liebe FreundInnen der Regenbogenfahrt,

wir melden uns aus Frankfurt am Main.

Wieder mal ging es früh am Morgen auf Achse. Mit von der Partie war heute Romy, eine Freundin von Peggy. Als wir vollzählig waren, sangen wir für Thomsen zum ersten Mal an diesem Tag ein Geburtstagslied. Herzlichen Glückwunsch nochmal an dieser Stelle.

Die überschaubare Strecke von unserer Gießener Unterkunft zur Klinik bewältigten wir  innerhalb von 5 Minuten. Dort nahmen wir sowohl unser Frühstück ein, als auch statteten wir den Kindern auf Station einen kurzen, aber herzlichen Besuch ab. Nahezu alle von uns waren oben und wenn wir nicht bei den Kindern waren, hielten wir uns kickernd, trinkend, essend, redend und lachend vor der Station auf. Was wir nicht essen und trinken konnten, sackten wir ein. Flo zum Beispiel füllte sein Trikot mit 4,5 Wasserflaschen.

Nach 30 durchlockernden Kilometern wurden wir in Bad Nauheim auf der Dachterrasse empfangen und mussten sie leider viel zu schnell wieder verlassen. Wir wären gerne länger geblieben und hätten die Sonne genossen, … Aber die Pflicht rief…

Weiter ging´s in den nächsten Kurort – Bad Vilbel. Dort zeigten sich an allen Ecken und Enden künstlerisch verzierte Flaschenattrappen, die uns den Weg zum Rathaus zeigten. Dort angekommen durften wir das Wasser aus einer der 31 Quellen probieren. Es schmeckte vorzüglich. Für den vom örtlichen Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr überreichten Scheck möchten wir uns ganz herzlich bedanken.

Im Laufe des Tages vergrößerte sich unser Fahrerfeld dramatisch: Filiz hockte sich gleich in Bad Nauheim auf´s Rad und stieg mitten ins Geschehen ein. Ria kam immerhin bei den Heilquellen dazu und radelte mit.

Vor der Frankfurter Kinderklinik wurden wir von Mias und Oskars Plakat empfangen. Sie hatten es extra für uns gemalt. Nach einem Imbiss ging es für ein paar von uns auf Station, wo uns äußerst herzliche und von der Aktion begeisterte Familien empfingen. Vor allem die Darbietung unseres Songs bewegte alle sehr. Danke für diesen schönen Klinikbesuch. Patrick hatte einen besonderen Moment, er traf seinen ehemaligen Professor Klingebiel wieder, welcher kurzerhand auf ein Selfie bestand.

Auch Thomas konnte sich glücklich schätzen. Er traf einen Artgenossen, der auch noch mitradelte, und war stolz wie Bolle, sich endlich mal auf Augenhöhe unterhalten zu können.

Unsere heutige viersternige Kissenhochburg ist das Pearl Hotel in Frankfurt und der absolute Hammer. Es übernimmt unsere kompletten Übernachtungskosten. Seit Wochen steht an der Rezeption ein Sparschwein, das Geld für die Deutsche Kinderkrebsstiftung zum Fressen bekommt. Das ist unglaublich. Von Herzen ein ganz großes Dankeschön!

Julia, Hannah und Markus bevorzugten die bequemere Variante, stiegen zuerst mal im Hotel ab und kamen mit zur Abendveranstaltung im Familienzentrum des Elternvereins. Wir bekamen nicht nur leckeres Essen von Mövenpick gesponsert, sondern auch einen vorzüglichen Ohrenschmaus präsentiert. Die Band Coco legte mit Gesang und Gitarre auf. Sören gesellte sich kurzentschlossen dazu und begleitete die beiden auf dem Piano. Die Stimmung war ausgelassen. Tina lief zur Hochform auf. Die Band hatte wahrscheinlich nicht mit einem so langen Abend gerechnet und hätte Sören am liebsten rekrutiert.

Zwischendurch musste Thomsen, der in den Garten geflüchtet war, gesucht werden, damit er sein zweites Geburtstagsständchen und die Torte entgegen nehmen konnte. Beim Verzehr der Kalorienbombe haben wir ihm gerne geholfen.

Novum für diesen Tag: Heute auf den Tag genau am 24.08.07 begann die Regenbogenfahrtkarriere von Lisa, Eva, Astrid, Andrea und Hansi. Herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum, ihr alten Pedalritter! Weiter so!

Landschaftlich war die Etappe genauso schön wie die Tage zuvor, nur der Ton der Ortsansässigen wurde deutlich rauer. Wir vermeiden es an dieser Stelle, die Kraftausdrücke zu wiederholen.

Viel zu tun hatten heute und an allen anderen Tagen unsere geschätzten und überlebenswichtigen Straßenabsperrer: Georg, Jonas, Christian, Andi, Franz, Flo, Alex und die das Spiel der Trillerpfeife grandios beherrschende rasende Resi. Ihr macht einen super Job! Die neonfarbenen Westen kleiden euch vorzüglich. Aber was wäre alles Absperren wert, wenn wir nicht wüssten, wo es lang geht. Benni und Patrick weisen uns gekonnt den Weg und manövrieren uns mit beständigen 20 km/h durch jedes Fahrwasser. Auch euch unseren äußerst geschätzten Dank. <3

Warum ruft ihr eigentlich nicht endlich mal:

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“ ?

Wir wünschen euch allen eine ruhige und angenehme Nachtruhe und freuen uns auf die nächsten zwei Tage.

Eure nachtaktiven BloggerInnen

Tag 5 – 23.08.2017 : Siegen – Gießen

23. August 2017

Halli Hallo Hallöchen,

kaum zu glauben, aber wahr, heute warn die Berge da und der fünfte Tag vorbei.

Noch vor dem Frühstück erklommen wir die erste Anhöhe zur Siegener Kinderklinik. Da Siegen keine eigene onkologische Station mehr hat, besuchten wir die Kinderinsel: Ein Projekt, bei dem die Zimmer wie private Wohneinheiten eingerichtet sind und sehr gemütlich wirken. Die Kinder sind alle beatmungspflichtig und haben oft eine onkologische Grunderkrankung. Schnell war der Kontakt hergestellt und Nadja kroch sogar in den Laufstall, um ein kleines Mädchen zu besuchen. Andere bekamen von einem charmanten Jungen Handküsschen. Und als er Astrid soweit hatte, vergriff er sich am Reißverschluss des Radltrikots, eine Vorliebe seinerseits. Alle Begegnungen waren sehr herzlich und innig.

Zur gleichen spielten sich im Klinikgarten andere Szenen ab. Es wurden wilde Figuren auf dem Boden gymnastisch geformt und von Johannes aus dem vierten Stock fotografisch festgehalten. Das Problem war, dass sich nicht jeder aus seiner Pose befreien konnte. Die Korbschaukel wurde bis zum Abwinken ausgereizt, ein Überschlag konnte nur knapp verhindert werden.

Während dieses Klinikbesuchs wurde uns ein Scheck in Höhe von 5.000 € durch Herrn Pilz vom Elternverein Siegen überreicht. DANKE!

Unsere Hauptaktivität war heute mal wieder das Radfahren. So wie auch gestern, befanden wir uns im Siegerland und fuhren immer wieder auf und nieder. Viele Steigungen, viele Wallungen und Fallungen, viel Sonne. Diese verwöhnt aus auf der diesjährigen Jubiläumstour ganz besonders J.

Die Genesung währte nicht lange. Florian musste erneut wegen Speichenkatharr aussetzen, sein neues Hinterrad und selbstverständlich er sind morgen wieder dabei.

Einen ersten Zwischenstopp gab es mitten im Wald, was uns vor gewisse Herausforderungen stellte: Proviant zu wenig, Bus zu weit weg, Wasser knapp, Toilette nicht vorhanden, dunkle Bäume, die nicht mit uns sprachen, kollabierende Eichhörnchen, …

Irgendwann ging´s weiter und Thomas´ Wunsch nach einem konstanten leichten Abfall der Wegstrecke erfüllte sich. Wir blieben für heute von weiteren starken Anstiegen verschont.

Dillenburg empfing uns freudig und bat uns zu einem Imbiss ins Rathaus. Aber vorher mussten wir erst die Brücke betreten, damit die Presse ein paar spektakuläre Bilder schießen konnte.

Novum: Kurz vor Hohenahr, wo der letzte Bürgermeisterempfang stattfand, stießen wir nicht zufällig, sondern geplant auf eine Abordnung der Tour der Hoffnung. Diese begleiteten uns zum ersten Mal in der Geschichte der Tour. Petra Behle und ihre drei Mitstreiter konnten gut mit uns mithalten 😉 und es gab manches Gespräch zwischen Pedale und Kettenblatt.

Nach 83,87 Kilometern war die heutige Etappe rum und wir erreichten unser Hotel in Gießen. Zur Abendveranstaltung mit dem örtlichen Elternverein an der Lahn beförderte uns ein Reisebus. Begleitet von stechenden Mitlebewesen, die je nach Herkunftsregion unterschiedlich betitelt werden, genossen wir traditionell hessisches Essen: Grüne Soße mit Kartoffeln, Fleisch und Salat. Als es nach zwei Stunden zurück ging, hatten wir ein kleines Einhorn mit an Bord.

Nach mehr als der Hälfte der Tour wird es Zeit, unsere lieben Begleitfahrer dankend zu erwähnen.

Ihr seid super klasse und die besten Leute, die wir je auf einer Tour hatten!

Flocke verstaut jedes Gepäckstück mit dem kleinen Finger im Bus und dabei nimmt seine Frisur nie Schaden. Ein wahres Meisterwerk an Kammkunst.

Thomsen liest uns sämtliche kulinarische Wünsche am Augenaufschlag ab und ist unser hoch geschätzter Schatzmeister.

Matze kennt jede Straße genauso gut wie jedes unserer Fahrräder und ist stets für technische Raffinessen zur Stelle.

Alle drei vereint die Fähigkeit, uns aussehen zu lassen wie ´Hase und Igel`. Kommen wir zu einer brenzligen Stelle, sind sie schon längst da und halten uns die Straße frei. Gefühlt keine 10 Minuten später wiederholt sich dieses Schauspiel an anderer Stelle. Phänomenal! Was würden wir ohne euch nur tun? Dumm aus der Wäsche schauen oder durch die Speichen glotzen.

Von Herzen unseren allerallerallerallerliebsten Dank an euch!!! <3

Wenn es nur noch einen Wunsch gäbe, dann, dass von euch mal die Aufforderung kommt:

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Schlaft gut!

Eure Bloggerinnen

Tag 4 – 22.08.2017 : Bonn – Siegen

23. August 2017

Hallo ihr Lieben,

wir haben es geschafft! Wir haben Siegen erreicht. Die Königsetappe 2017 ist Geschichte. Stolze 120,68 km und 888 Höhenmeter auf dem Rad bei 28 °C liegen hinter uns.

Den schönsten Start in den Tag hatte heute Alex… Der Nikolaus war da und hatte ihm Leckereien in einen Schuh gelegt. Aber nur, weil er geputzt war.

Zunächst aber befanden wir uns temperaturmäßig kurz vor der Schneefallgrenze, mit Zähneklappern und Gänsehaut rollten wir bis zur ersten Rast zum Rathaus nach Hennef. Mit klammen Fingern versuchten wir das dargereichte Obst zu greifen. Es gelang uns – teilweise… Jetzt waren schon 21 km geschafft. An dieser Stelle liebe Grüße an Kilian: Wir haben dein Trainingsprogramm heute erfüllt und 25 Kniebeugen gemacht.

In Eitorf machten wir eine interessante Entdeckung. Die Menschen dort scheinen gewöhnlicherweise ihr Trinkwasser aus der Toilette zu schöpfen. Nur im Ökohaus an der Bahn, wohin der Empfang extra verlegt wurde, damit wir keinen Umweg in die Innenstadt machen mussten, darf man das Wasser nicht schöpfen, da es kein Trinkwasser ist. Wer´s nicht glaubt, es gibt unter Augenhöhe in Hüfthöhe Aufkleber. Die ganz Hungrigen unter uns hatten die Möglichkeit, die übrig gebliebene Verpflegung in Tüten verpackt mitzunehmen.

Zur Mittagszeit wurden wir in Rosbach vom gesamten Verwaltungsteam der Gemeinde begrüßt. Sie hatten sich mit beiden Vorrasten kulinarisch abgestimmt. So kamen wir in den Genuss von Wiener Würsteln in der Semmel, im Weckle, im Brötchen, in der Schrippe, … Zum Nachtisch gab´s leckere Kekse, die sowohl in der Sonne als auch im Gaumen zergingen. Wir merkten spürbar, dass weder Kosten noch Mühen gescheut wurden. Kurz vor Abfahrt bekamen wir eine Spende zugesteckt, wofür wir uns aufs herzlichste bedanken!

Jetzt ging es endlich ans Eingemachte: Ein steiler Anstieg von 12% wartete auf uns. Unglaublich war, dass das Fahrerfeld nahezu kompakt blieb. Das hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass alle präsent waren und Franz brachte es mit den Worten „Ich sitz schon“ klar und deutlich zum Ausdruck. Während in längst vergangenen Zeiten der Radhänger immer halb voll war, wenn ein sehr anstrengender Berg angekündigt wurde, blieb der Hänger dieses Mal leer – nur ein Fahrrad zierte ihn. RESPEKT an ALLE für diese Leistung!

Den ganzen Tag über fuhren wir durchs herrliche Siegerland, das uns landschaftlich sehr begeisterte. Durch den Streckenplan kamen wir mehrmals ins Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Motorradpolizei aus NRW widersetzte sich den Vorschriften und begleitete uns auch außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches.

Die Epidemie greift um sich, heute hat Florian Speichenkatharr. Aber die Rettung nahte sofort. Die Tretmühle in Betzdorf spendierte ihm die Reparatur. Vielen lieben Dank!

Nach 8 Jahren wollten wir es endlich nochmal wissen und rasteten in Wissen. Der Bürgermeister, der seit 24 Jahren im Amt ist, konnte sich noch exakt an uns erinnern und wünscht sich einen Folgebesuch noch innerhalb seiner Amtszeit – diese endet 2020. In seiner Hand blitzte ein gedeckter Scheck hervor, den er uns mit Freuden überreichte. An dieser Stelle verabschiedeten wir uns von Burkhard, der sich im Team Deutsche Kinderkrebsstiftung, ´Kilometer für Kinder`, sehr engagiert. Hochmotiviert trat er die Heimreise per Rad nach Bonn an – 80 km wieder zurück.

Wer dachte, die Anstiege hätten heute ein Ende, irrte sich gewaltig. Hinter einer scharfen unscheinbaren Linkskurve verbarg sich ein noch ekligerer Höhenunterschied zwischen unterer und oberer Straßenführung. Auch das bezwangen wir mühelos – größtenteils schiebend. Nur von Sören mussten wir uns knieschmerzend verabschieden.

Der vorläufige Essensmarathon endete mit frischen Melonen, Pflaumen, Birnen und Äpfeln in Betzdorf. Es gab „Essen auf Rädern“. Unser Spezi Flo musste die Räder natürlich ausprobieren und drehte gemeinsam mit Verena einige Übungs-Pirouetten. Unglaublich. Von Talent wollen wir aber noch nicht reden…

Jetzt trennten uns nur noch schlappe 28 Kilometer vom Ziel. Andi brüllte den Countdown nur für Lisa kilometrig durch den Äther.

Nach exakt 11 Stunden auf oder neben dem Rad tauchten wir in die Tiefgarage des H+Hotels Siegen unter und in der hoteleigenen Schwimmhalle wieder auf. Wer noch nicht genug geschwitzt hatte, holte das in der Sauna nach.

Frisch geschniegelt und gebügelt versammelten wir uns vor dem Pasta-Buffet und waren etwas irritiert, dass uns ständig die Teller weggezogen wurden und wir uns neue beladen mussten.

Einen Teilnehmer müssen wir noch besonders erwähnen. Hier die Beschreibung: Er ist frech, rotzfrech und ultrarotzfrech zu seinen geradezu liebenswürdigen, sehr liebenswürdigen und äußerst liebenswürdigen Mitmenschen. Dieses Verhalten können wir nicht länger tolerieren und treten fahrradgewerkschaftlich in Streik. Hier eine Warnung: Falls du dich in Zukunft nicht benehmen solltest, folgen drakonische Strafen, nämlich: HANDYENTZUG!!!

Der Tag war mehr als anstrengend, wir sind alle müde und doch wird der Zeitpunkt kommen, an dem es heißt:

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Gute Nacht und bis morgen – in neuer Frische!

Eure BloggerInnen

 

Tag 3 – 21.08.2017 : Köln – Bonn

21. August 2017

Griaß eich liabe Leit,

wir sind schon am Ende von Tag 3 angekommen und sitzen gerade entspannt in der Lounge und versuchen die vielseitigen Gespräche unserer MitradlerInnen auszublenden. Bisher erfolglos!

Nun wollen wir euch erstmal von unserem Tag berichten:

Nach einem sparsamen Frühstück in der Jugendherberge bekamen wir ein zweites in der zweiten Kinderklinik Kölns. Spektakulär war der Vortrag unseres Regenbogenfahrtsongs, den wir auf einem langen Balkon trällerten. Nicht alle waren schwindelfrei und auch stellte sich die Frage, ob die Statik für solche Unternehmungen geeignet ist. Sie war es. Bisher… Für etwaige Spätfolgen können wir leider keine Haftung übernehmen.

Weiter ging´s am schönen Rhein entlang zur ersten Rast am Feuerwehrhaus von Kriegsdorf. Dort tauchten plötzlich und unerwartet seltsame Trinkgefäße auf, die die unterschiedlichsten Charaktere unserer Truppe benutzten. Es ist noch nicht absehbar, warum sie das tun…

Regenbogenkekse gehören seit Anbeginn der diesjährigen Tour zu unserer täglichen Verpflegung. Sie wurden von einer handvoll Regenbogenfahrerinnen in liebevoller Kleinarbeit von Hand gefertigt. Hier eine kleine Auswahl der gesammelten Werke:

Novum für heute: Die Regenbogenfahrt wird erstmals aus der Luft gefilmt. Nicht aus dem Heißluftballon heraus, auch nicht vom Kirchturm des Kölner Doms und erst recht nicht vom Rücken einer Eintagsfliege aus. Es ist schlicht und ergreifend ein UFO.

Kurze Zeit später erreichten wir Sankt Augustin und drehten traditionell gefühlte 37,5 Ehrenrunden um den Kreiselbrunnen. An dieser Stelle spielten sich vor Jahren dramatische Filmszenen ab. In den Hauptrollen traten damals Markus, Hermann und Jürgen auf. Herzliche Grüße an euch J!

Heuten hatten wir in allen Kliniken viel Zeit für Gespräche zur Verfügung. So auch hier. Das Zusammensein mit den Kindern und ihren Eltern genossen wir sehr. Oft bewegen uns diese Gespräche noch bis tief in den Abend hinein. Jeder hat seine eigene Art, mit dem Erlebten umzugehen. Mancher nutzt die letzten Radkilometer, um darüber zu reden, andere unternehmen noch einen Spaziergang ins Gelände und wieder andere setzen sich hin und schreiben diese Zeilen.

Heute erspähten wir im Gelände alte Hasen, die sich uns für ein paar Stunden anschlossen. Nicole, Christiane und Ria, seid gegrüßt. Das Regenbogentrikot kleidet euch nach wie vor sehr vorteilhaft. Anne wünschen wir auf den „letzten Metern“ alles Gute und hoffen, sie passt hinter der Ziellinie wieder in ihr Trikot.

Annika hingegen ist noch ein ganz junger Hase und durfte heute mal schnuppern. Sie und ihre Oma begleiteten uns heute ebenfalls. Annika will nächstes Jahr dabei sein und Alex kümmert sich um die Verschiebung ihres 18. Geburtstages. Wir zählen auf dich!

Bonn wurde nun schon mindestens zum 3. Mal angefahren. Frau Bode ist sich da relativ sicher – sagen wir mal zu 98,92%. Das Plakat am Eingang der Klinik hat schon einen gewissen Wiedererkennungswert. Wir vermuten, dass sie es einfach hängen lassen. Ein Teil von uns ging auf Station, der andere in die Räumlichkeiten der Stiftung, die sich direkt gegenüber der Klinik befinden. Ria führte uns durch alle Räume und wartete zum Schluss mit Hugo und Eis auf. Sehr lecker. Danke! J

Bei unserem dritten Singsang war das Fernsehen dabei und filmte detailliert unsere Mundbewegungen – und die Töne. Natürlich live.

Jetzt wurde es Zeit, das CJD, unsere heutige Nachtruhestätte, anzusteuern, Lydia zu verabschieden und Sven, den freundlichen Polizisten aus Chemnitz nebst seiner reizenden Gattin zu begrüßen. Dieses Mal auf dem Rad statt auf dem Motorrad und im Urlaub statt im Dienst. Das nennen wir Zivilcourage.

Geschmaust wurde im Speisesaal der Unterkunft, geratscht in der Lounge, wo wir immer noch sitzen und den Gesprächen der anderen lauschen und dabei fällt auf, dass Hanjo wieder da ist und ein Schwätzchen mit Frau Bode hält.

Morgen wird ein anstrengender Tag und eh wir uns versehen, wird jemand rufen:

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Einen schönen Abend und eine gute Nacht für euch.

Eure Livebloggerinnen

Tag 2 – 20.08.2017 : Aachen – Köln

21. August 2017

Liebe LeserInnen des Jubiläumsblogs,

wir befinden uns aktuell in Kölle.

Begonnen hat unser Tag mit einem Besuch in der Aachener Ölraffinerie, auch Medizinfabrik genannt. Wir hatten die Ehre, über denkmalgeschützte Teppiche bis zum Seminarraum zu laufen, der uns liebevoll mit Regenbögen dekoriert zu einem Frühstück einlud.

Gestärkt ging ein Teil der Gruppe über selbige Teppiche auf Station, während andere mit Professor Hanjo Allinger, dem Initiator der Regenbogenfahrt, ins Gespräch kamen. Beide Momente waren sehr berührend. Die Kinder freuten sich über unseren Besuch, einer ganz besonders: Kilian. Als wir das Spielzimmer der Station betraten, stellte er sich sogleich vor und teilte uns mit, dass er uns mit seinem Bruder Niklas und seinem Papa ein Stück begleiten wird. Doch zuvor mussten wir sein Trainingsprogramm absolvieren. Kilian zwang uns in die Knie und forderte von uns sprichwörtlich 2×20 Kniebeugen.

Danach gaben uns Kilian und Hanjo den offiziellen Startschuss zur diesjährigen Jubiläumstour.

Wie gestern gab es auch heute ein Novum. Johannes setzte sich anstatt in den Begleitbus auf Sabines Rad und bewältigte knapp 20,032 Kilometer nahezu problemlos. Chapeau! Julia ist der Meinung, es waren 20,17 km.

Nach 40 km verabschiedeten sich Kilian und seine Familie, die uns bis dahin sportlich begleitet hatten, denn sie mussten ja den ganzen Weg zurück nach Aachen.

Ludwig dagegen kämpfte heute gegen Speichenkatharr und machte es sich im Bus heilsam bequem.

Übrigens: Die Tour für 2018 steht schon heute fest. Die Bürgermeister von Jülich und Bergheim haben uns fürs nächste Jahr wieder eingeladen.

Nach 87 Kilometern tauchte plötzlich und unerwartet in allen möglichen Farben der Kölner Dom am Wegesrand auf und begleitete uns samt Elternverein bis zur Uniklinik Köln. Auch dort wurden wir herzlichen willkommen geheißen und konnten die Kinder auf Station besuchen. Diese kamen in den Genuss, unserem berührenden Song zu lauschen. Zur gleichen Zeit wurde uns das frisch renovierte Elternhaus gezeigt – eine Augenweide.

Falls es heute im Großraum Köln zu Staumeldungen gekommen ist, bedauern wir das sehr. Aber es war unglaublich berauschend, endlich mal mit dem Fahrrad durch einen für den laufenden Verkehr gesperrten Stadttunnel zu düsen.

Nachdem sich alle schick gemacht hatten, chauffierten uns original köllsche Taxis in den Höhner Stall, in dem es ausschließlich Mühlen Kölsch zu trinken gibt. Zwischen Bestellung und Auslieferung der exklusiven Speisen erwartete uns eine ganz besondere Überraschung – eine absolut gigantische Gesangseinlage, die uns alle von den Sitzen riss und durch den Saal steppen ließ. Die Sänger selbst – Willi Mölders ´ne Spetzboov` mit Timo, ´ne Frechdachs` waren von unserer Feierlaune schwer beeindruckt und konnten kaum ein Ende finden.

Das Essen war unglaublich schmackhaft – für die Augen und den Gaumen.

Für heute verabschieden wir uns, denn ihr wisst….

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Eure Bloggerinnen

 

 

Tag 1 : Prolog – 19.08.2017 : Trier

20. August 2017

Hallo und Herzlich Willkommen zu unserem Jubiläums-Blog,

wie viele von euch wissen, sind wir zum 25. Mal unterwegs.

Bereits gestern fanden sich knapp 50 hochmotivierte FahrradliebhaberInnen in der Printenstadt Aachen ein. Nach der traditionellen Einweisungsrunde mit Georgs Spezialeffekten und Alex´ bekräftigenden Worten, fühlten sich alle bestens für den Tourstart in Form eines Prologs – ein Novum in der Geschichte der Regenbogenfahrt – gerüstet.

Statt heute auf die Räder zu steigen, nahmen wir den Bus, der uns und unsere Räder nach 197 km in Wasserbillig aussetzte. Dabei durchquerten wir drei Länder. Welche das sind, könnt ihr euch denken ;-).

An der Mosel stand eine Horde wildgewordener RadfahrerInnen und diese entschloss sich kurzerhand, uns zu begleiten. Unter ihnen befand sich eine uralte Regenbogenfahrerin auf ihrem superschnellem Rad aus Mannheim sowie GastfahrerInnen aus Luxemburg und Trier.

Auf dem Weg zur Klinik stürzte Nicola schwer und konnte gleich in selbiger behandelt werden.

Wir wurden an der Villa Kunterbunt herzlich von einem riesengroß gewachsenen und vielen anderen normal großen Menschen nebst Musik begrüßt.

Dadurch, dass wir einige Extrarunden im Kreisverkehr drehten, kamen wir auf unterschiedliche Kilometerstände – von 11,01 bis 15,8 km war alles dabei. Nach einer kurzen und knackigen Ansprache des Klinikdirektors und Leiters der Kinderonkologie gab es leckeres Essen und die Möglichkeit einer Bastelstunde. Viele Familien waren extra wegen uns nach Trier gekommen, um sich mit uns auszutauschen.

Zur gleichen Zeit gingen die ersten RegenbogenfahrerInnen auf Station und besuchten die Kinder vor Ort.

Nach einer guten Weile beendeten wir unseren Aufenthalt, bei leichter Bewölkung und Sonnenschein, mit unserem Regenbogenfahrtsong.

Und wie durch ein Wunder trafen wir auf einem abgelegenen Parkplatz unseren leeren Bus samt Busfahrer wieder. Wir waren froh, dass er uns mitnahm und uns so weitere 197 km auf dem Rad ersparte. Kaum zu glauben, wie erledigt wir alle von diesen knapp 20 geradelten km waren. Im Bus war bis auf wenige Ausnahmen (Verena) kaum ein Mucks zu hören, da wir die Augen nicht aufhalten konnten. Alex befürchtet schon jetzt, dass wir im zurückliegenden Jahr nur spärlich trainiert haben.

Aachen empfing uns regnerisch, umso sonniger aber der örtliche Elternverein. Sie hatten sich etwas Besonderes ausgedacht und entführten uns in ein orientalisches Restaurant namens ´bona me`.

Als Klinikpate hatte Georg die ehrenvolle Aufgabe, eine Ansprache zu halten. Das gelang ihm nur mit seiner kräftigen sächsisch ausgebildeten Stimme. Klangvoll erfüllte er den ganzen Raum, während er das heute früh an den schrägen Treppen entstandene Gruppenfoto überreichte. An dieser Stelle lieben Dank an unseren Fotografen Dennis : cooles Bild!

Ab 23 Uhr war Georgs Stimme an den sehenswürdigsten Stellen Aachens nochmals zu erleben.

Wir verabschieden uns für heute und versprechen euch, dass es morgen wesentlich mehr Kilometer auf dem Rad sein werden.

„In fünf Minuten ist Abfahrt!“

Eure  Bloggerinnen 🙂

 

Tag 8 – 27.08.2016 : Göttingen – Kassel

28. August 2016

 

Liebe treue Leser,

64,1km liegen hinter uns und wir haben das diesjährige Tourziel der 24. Regenbogenfahrt erreicht.

Los ging’s um 8 Uhr in Göttingen mit unglaublich vielen begeisterten Gastfahrern. Mit dabei u.a. der starke Fabian aus Göttingen und Frau Prof. Dr. Michaela Nathrath aus Kassel, welche sich alle spontan in der Nacht zuvor zur Teilnahme entschlossen hatten. Die ersten 15km der Etappe gingen bei gefühlten 45,36°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 90%, stetig Berg auf. Die ersten Ausläufer der Kassler Berge waren zu spüren (Mmmmhhhh… Kassler – unsre 2700 kcal waren schon wieder verbraucht).

Die erste und einzigste Rast des heutigen Tages fand in Hannoversch Münden statt. Bei traumhafter Kulisse wurden wir vom Bürgermeister Harald Wegener empfangen. Dieser hatte sich extra für seine fantastische Ansprache seine Amtskette um den Hals legen lassen. Gestärkt und erleichtert machten wir uns auf den Weg nach Kassel.

Am Klinikum erwarteten uns bereits sehnsüchtig die Mitglieder des Vereins für krebskranke Kinder Kassel e.V., welche uns unter ihrem schattigen Zelt mit erfrischenden Getränken und Kuchen beherbergten. Schnellzeichner Daniel Stieglitz fertigte in Windeseile witzige Portraits von uns an, noch bevor wir auf Station gehen konnten. Hut ab, denn viel Zeit war das nicht! Nachdem einige von uns die Kinder und Jugendlichen besuchten, mit ihnen Spiele gespielt und gute Gespräche geführten hatten, gaben wir unseren Regenbogenfahrtsong im Atrium zum Besten! Dabei öffnete sich ein Fenster nach dem anderen und die Zahl der Zuhörer wurde immer größer.

Nun standen die finalen 650km der diesjährigen 4km an. Ach, Entschuldigung, das war ein Zahlendreher. Das kann mal nach 646km passieren. Haha, ein Palindrom. Jedoch waren es heuer laut unserem Kilometerbeauftragten Michael insgesamt nur 647,53km. Bitte vielmals um Entschuldigung für diesen Fauxpas. Nach Komplettsperrung des Etappenteilstücks, welches die letzte und heftigste Steigung dieser Tour darstellte, hatten wir unser Endziel erreicht: die Jugendherberge in Kassel. Dort erwarteten uns traditionell Duschen aller Art – Bier, Sekt und Wasser.

Nach einem kurzen Frischmachen (mehr war ja auch nicht mehr nötig) wurden wir zum Elternhaus chauffiert. Bei lecker Speis und Trank – es wurde gegrillt – ließen wir es uns gut gehen und genossen den letzten Abend der 24. REGENBOGENFAHRT.

Abschließend bedankte sich das Orgateam „Alex und Andi“ bei allen ehrenamtlichen Helfern aus dem Kreise der Regenbogenfahrer. Leider reicht der Platz hier nicht aus, um alle namentlich zu nennen.

 

Außerdem verabschiedeten sich Markus und Sonja aus dem Fahrerfeld. Beide sind die Tour jahrelang mitgeradelt, haben verschiedene Aufgaben übernommen und die Regenbogenfahrt wesentlich geprägt. Vielen lieben Dank für all das. Wir werden euch schmerzlich vermissen und würden uns freuen, wenn wir euch auf den nächsten Touren als Tagesgäste begrüßen könnten. Auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Nun möchten wir uns auch bei Euch allen bedanken, die ihr uns aufmerksam tagtäglich gefolgt, gelesen, geliked, kommentiert, gesehen, bejubelt, begleitet und unterstützt habt. Wir freuen uns bereits jetzt aufs nächste Jahr. Bleibt uns treu und stets gesund.

 

Viele Liebe Grüße aus Kassel senden Euch Eure Regenbogenfahrer <3

 

Video Tag 8

Tag 7 – 26.08.2016 : Bad Gandersheim – Göttingen

26. August 2016

Liebe Freunde der Regenbogenfahrt,
wir melden uns nun schon vom vorletzten Tag. Kaum zu glauben. Habt ihr das Rätsel schon gelöst? Wenn nicht, wir verraten´s euch nicht.
Der Sommer meint es unglaublich gut mit uns und lässt uns jeden Kilometer unter wolkenlosem Himmel radeln. Los ging´s, nachdem auch Verena ihren Koffer sicher im Gepäckbus verstaut hatte, pünktlich um 8:31 und 36 Sekunden. Wir konnten wieder jede Menge Gäste im Fahrerfeld begrüßen, die mit uns gemeinsam den ersten Berg erklommen haben und über unser Tempo sehr staunten.
Nach reichhaltig Bionade, Limo, Wasser, Pick-Ups, Knoppers, Pflaumen, Äpfel und Bananen radelten wir nach einem kurzen Stopp weiter Richtung Northeim. Vor den Stadttoren stießen zwei Kaminkehrer der Glückstour (in manchen Teilen Deutschlands auch Schornsteinfeger genannt), die ein Gesamtalter von über 140 Jahren aufweisen konnten, zu uns und begleiteten uns bis zur Kinderklinik in Göttingen.
Dort hatten wir sehr viel Zeit und in Anbetracht des nahenden Wochenendes wenige Kinder zu besuchen, so dass sich der Großteil der Gruppe auf die Wiese legte. Gegen 15 Uhr begaben wir uns alle auf die Station und sangen gemeinsam unser Lied.
So bleibt jetzt auch Zeit, eine besondere Spezies in der Truppe zu erwähnen. Merkmale: männlich, säxysch, zuverlässig, freundlich, stets zu Diensten, tiefenentspannt, rank und schlank, gehen viele Wege doppelt, dreifach und noch mehr, haben einen hochinteressanten Dialekt, besondere musikalische Vorlieben, ausdrucksstarke Frisuren, technische Begabungen, immer ein offenes Ohr… Was wären wir ohne sie: unsere Begleitfahrer: Matze, Thomsen und Flocke <3 Wir lieben euch <3 und danken euch für eure Dienste!
Am Novahotel angekommen, nahmen Sonja und Markus ein extra für sie in Auftrag gegebenes personalisiertes Regenbogentrikot entgegen. Das war sicher nur eines der Abschiedsgeschenke in den nächsten Stunden.
Später versank der Schweiß des Tages in den Tiefen der Badewanne, bevor wir zum Elternhaus aufbrachen. Als wir in den Bus einstiegen, besetzten drei alte Hasen vier weitere Plätze: Andrea, Hermann und Jürgen sind ab jetzt mit an Bord.
Im Garten des Elternhauses angekommen, erwartete uns eine Grillparty der Extraklasse. Anbrennen konnte nichts, denn am Grill standen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr. Als alle satt waren, die Sonne untergegangen war und der Sternenhimmel sich über uns ausbreitete, kam Bernd. Er hat das Spiel mit den Flammen voll im Griff und beeindruckte alle Anwesenden mit seiner grandiosen Feuershow.
Wir möchten am Ende des Tages noch erwähnen, dass heute für einen kurzen Moment ALLE Regenbogenfahrer auf dem Rad saßen und das Feld somit komplett war.
Wir verabschieden uns hiermit aus dem bezaubernden Spielzimmer, das uns heute als Schreibort diente.
Gute Nacht und bis morgen!
Eure Regenbogenfahrer

 

Video Tag 7