Lieber LeserInnen,
Nicht ohne Danke zu sagen, wollen wir den diesjährigen Tourblog beenden.
Es ist Montag Abend und seit mehr als 24 Stunden ist jeder einzelne Regenbogenfahrer alleine und wieder für sich selbst voll verantwortlich. Es ist so leise um einen herum und die plötzliche Leere und Stille nach der Tour lässt einen wehmütig werden und zurückschauen.
Zurück daheim und noch von dem Geist der Tour durch den Alltag getragen, konfrontieren einen Außenstehende mit vielen Fragen: Warum fährst du diese Tour? Wieso tust du dir das an, die deutschen Mittelgebirge ausgerechnet mit dem Fahrrad überqueren zu müssen? Nerven dich nicht irgendwann die 40 Leute, die unterschiedlicher kaum sein könnten? Warum gehst du freiwillig wieder auf die Kinderkrebsstationen?
Am Sonntag titelte der Kölner Express „Krebs – Diese Schicksale machen Mut“ und einige Fahrer und Fahrerinnen fanden sich auf dem Cover des Boulevardblattes wieder. Nun ist diese reißerische Handhabe des Themas nicht unbedingt das, was wir anstreben, aber die Botschaft wurde damit hervorragend erfasst und beantwortet all die oben gestellten Fragen. Wer die Kinderaugen strahlen sieht, wenn sie Geschenke von uns bekommen, mit uns spielen können oder eben mal auf ein echtes Polizeimotorad dürfen, stellt keine Fragen mehr. Wenn man mit Eltern spricht, die ALLES dafür tun, dass es ihrem Kind gut geht, und merkt, wie viel Kraft und Hoffnung sie aus den Gesprächen und unserem Leben nach den Therapien schöpfen, zweifelt man keine Sekunde daran, dass sich jeder Meter und vor allem jeder Höhenmeter lohnt, um genau diese Gespräche führen zu können. Und auch solche Geschichten, die weh tun, weil sie nicht gut ausgegangen sind oder gut ausgehen werden, bestärken uns und zeigen auch uns, dass man selbst nach Verlusten und Schicksalsschlägen wieder ein erfülltes Leben leben kann.
Unsere Erfahrungen weiterzugeben und damit Mut zu machen ist, ist Kern der Regenbogenfahrt. Dass die Tour aber auch für die Teilnehmer eine enorme Bereicherung darstellt, liegt neben den Erlebnissen in den Kliniken und den sportlichen Herausforderungen vor allem an einer einzigartigen Truppe, der wir an dieser Stelle aus tiefstem Herzen danken wollen. Der Zusammenhalt, das Verständnis füreinander, die Fähigkeit Neulinge sofort zu integrieren, der Witz und die Lebensfreude der Teilnehmer machen uns zu mehr als einer Freizeit-Radl-Truppe.
Besonderen DANK an:
Eva und Tina, unsere „Zimmermädels“, die sich so manche Rast nicht die Bäuche vollschlagen konnten, weil die Unterkunftssituation und Zimmerverteilung noch geklärt werden mussten. Trotzdem haben immer alle ein Bett gehabt und nette, meist nicht schnarchende Zimmergenossen.
Anja und Anne, unsere Einkleider, Stylisten oder Modeberater
: Kisten ums Kisten wurden gepackt, sortiert, umgepackt, neu sortiert. Welche Trikots mit welchen Logos und welchen Größen in welche Kiste gehörten, wussten nur die beiden und am Ende fuhr niemand mit zu engen Sachen, niemandem war kalt und keiner wurde nass.
Nicole und Andrea, unsere Showgirls, die charmant und gutgelaunt auf den Marktplatzbühnen und bei Bürgermeisterempfängen die Truppe repräsentierten und den Geist der Tour erstrahlen ließen.
Guido, Chrissy, Anne u.v.m., unsere Paparazzi, wenn wir all die gemachten Fotos nach einander schnell durchlaufen lassen, müsste sich eigentlich ein Film abspielen
André, Didi, Anne, Johannes und Wuschel, unsere Bodyguards und Mädchen für (fast) alles, ohne euch würde Markus noch immer in Kelsterbach sitzen und Cola trinken, weil unser Zuckerhaushalt komplett am Boden wäre ohne eure Einkäufe. Erschöpfte Radfahrer liefen noch immer irgendwo durch NRW und die Bürgermeister müssten sich mit einem Lächeln unserer „Showgirls“ begnügen (…was aber ohne Zweifel ja schon mal eine enorme Ehre ist…) statt ein gerahmtes Bild zu erhalten. Und ihr habt noch so vieles mehr gemacht, was wir vermutlich alles nicht mal erahnen.
Markus, Karl, Alex, Georg, Sonja, Franz und Johannes, unsere „Schieber“, die auch bei 17%-Steigungen niemanden stehen ließen und fröhlich schnatternd alle hochkatapultierten, denen die Kraft fehlte, es alleine zu schaffen. Ihr repräsentiert hervorragend den Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl, was uns als Gruppe ausmacht. Respekt!
Alex, Andy, Georg und Franz, unsere „Sperrer“, kein PKW war zu schnell, kein LKW zu groß, um sich davor zu stellen und uns eine sichere Überquerung heikler Verkehrsknotenpunkte zu ermöglichen.
Flo, unser ITler, der immer wieder um den USB-Stick kämpfend und wie ein Spürhund auch in den entlegensten Winkeln der Republik Internet findend, die Online-Stellung unseres Blogs ermöglichte.
Sonja, die als Ombudsfrau nichts zu tun hatte, diesen Posten aber trotzdem hervorragend besetzte indem sie alle möglichen aufkommenden Konflikte bereits im Vorfeld im Keim erstickte. Zumindest vermuten wir das, weil wir so friedlich durch die Lande radelten.
Nicole H., unserer „Zauberfrau“, die Kinderaugen erstrahlen ließ, indem sie Delfine, Hunde, Katzen und andere Tiere aus Luftballons baute.
Ria, Anne und Anja, die Klinik-Mädels, die mit Bedacht die Geschenke-Kisten für die Stationen packten.
Christian und Phillip von Schwalbe, unsere „Radmonteure“, die im Akkord Schläuche und Reifen wechselten und dafür sorgten, dass es eigentlich keinen Platten gab dieses Jahr.
Und finally:
Unser O-Bert, Tourminator und Chef: Micha!!! Ohne ihn würde es keine Tour geben, und wenn doch, dann nicht in der Perfektion. Das ganze Jahr über hat er geplant und organisiert, ist Strecken abgefahren und hat sich um die dazwischenliegenden Pausen bei Bürgermeistern gekümmert. Während der Tour war er eben unser O-Bert, dem wir treuergeben über Stock und Stein und auch bei drohender Dunkelheit selbst in hügelige Wälder gefolgt sind, der uns bei Wind und Wetter meist überpünktlich sicher von A nach B geleitet hat während wir darüber sinnierten, ob wir gerade in Hessen, Rheinland-Pfalz oder NRW waren. Lieber Micha, gönne dir die Pause, aber bitte komme wieder!
Das war’s. Ein kleines Tour-Revival, zumindest im Kopf. Dass wir den Eltervereinen Mannheim, Heidelberg, Mainz, Frankfurt, Gießen, Marburg, Siegen, Sankt Augustin, Bonn und Köln danken und den Kliniken dort, versteht sich von selbst. Danke auch an unsere Begleiter wie Polizisten und engagierte Bürger. Danke an unsere „Truck-Besetzung“ Marita und Jürgen, die die Events vor Ort koordiniert haben und dank deren Engagements wir dieses Jahr hervorragend ausgestattet wurden.
Danke an alle Künstler, die uns begleiteten, alle Moderatoren, die uns ankündigten und die Pressevertreter, die über uns berichteten.
Danke Alex für’s Bloggen. Sich mit dir „zurückzuziehen“ und gemeinsam zu texten war meist noch witziger/besser als das, was wir deswegen an Programmpunkten und kulinarischen Köstlichkeiten (…dafür gab es ja Andy…) gerade verpassen mussten (..und das war schon gut!).
Liebe Blog-LeserInnen, wir hoffen, ihr hattet Freude mit unserem Tourtagebuch. Uns hat es Spaß gemacht, euch auf dem Laufenden zu halten. Wir lesen uns nächstes Jahr wieder.
Bis dahin, liebe Grüße,
Alex und Astrid