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8. Etappe: Nienburg- Bremen | 28.08.2010

28. August 2010

Man soll aufhören, wenn´ s am schönsten ist!

Hallo Ihr treuen Blogleserinnen und Blogleser!

Das wichtigste vorweg: Wir schreiben Euch aus Bremen, d.h. wir haben es geschafft!
Das Ziel der 18. Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstiftung ist erreicht.
Heute morgen starteten wir um 7.45 Uhr am Naturfreundehaus in Nienburg und konnten nach zwei Tagen Dauerregen kaum glauben, dass es trocken war. Gegen die Kälte mussten wir uns allerdings schützen, sodass die nagelneuen Schwalbehosen, die der Hauptsponsor uns gestern überraschend schenkte, bei vielen um Beinlinge ergänzt wurden.
Top motiviert machten wir uns dann an die letzte Etappe. Wie es sich für den Norden Deutschlands gehört, blies der Wind ordentlich. Solch ein Wind scheint grundsätzlich von vorne oder der Seite zu kommen und forderte deshalb noch mal die letzten Energiereserven. Nicht nur an unseren Körpern hat die letzte Woche mit ihren knapp 600 km Spuren hinterlassen, sondern auch an einigen Rädern. Die kleinen Pannen konnten aber glücklicherweise immer an Ort und Stelle behoben werden. Ebenso glimpflich verlief der Sturz zweier Fahrer, sodass wir nach kurzem Durchatmen alle zusammen weiter über Weyhe und Achim Richtung Ziel fahren konnten, nachdem wir auch heute unsere beiden hilfreichen Motorradpolizisten herzlich verabschiedet haben.
Nach zwei kurzen selbstorganisierten Rasten erreichten wir am Nachmittag dann endlich die Kinderklinik in Bremen, wo man uns einen tollen Empfang bereitete. Wir wurden nicht nur mit Sonnenblumen von der letzt jährigen Mitfahrerin Nicole begrüßt, sondern an einem Pavillon der Barmer GEK auch mit frischen Getränken versorgt. Glücklich, die Hansestadt erreicht zu haben, aßen wir dann selbstgebackenen Kuchen in der Klinik, wo uns Herr Prof. Arnulf Pekrun in Empfang nahm, nachdem der Stationsarzt Herr Dr. Thomas Nieber und Vertreter des Elternvereins in Bremen uns schon auf den letzten 15 km begleitet hatte.
Natürlich besuchten wir die Kinder und Jugendlichen auf der Station, die sich auch hier begeistert und offen zeigten und genossen, wie sie ihrerseits unseren Besuch genossen Wenn jetzt noch Köln auswärts hier in Bremen siegt, ist die Welt auch für unsere Kölnerin vom Dienst, Ria, in Ordnung.
Nun freuen wir uns sehr auf den Abend, den der Elternverein „Leukämie- und tumorkranker Kinder“ für uns vorbereitet hat. Frau Ingrid Müller, Vorsitzende des Vereins gilt stellvertretend für alle unglaublich Bemühten unser Dank! Ihr verzeiht hoffentlich, dass wir ausnahmsweise nicht rückblickend, sondern was die Abendgestaltung anbelangt, vorausahnend schreiben. Wir sind uns nämlich sicher, dass der Abend mit einer Stadtführung und anschließendem Essen ein toller Abschluss dieser Regenbogenfahrt wird. Und genau aus diesem Grund möchten auch wir, die oft fast nachtaktiven Blogger, den Abend ganz dem Elternverein und der Verabschiedung von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern widmen und gemeinsam diese tolle Tour von Erfurt nach Bremen feiern!

Wir verabschieden uns deshalb von allen Interessierten und hoffen, ein wenig mit diesem Blog von der Tour in Euer zu hause getragen zu haben. Außerdem danken wir allen, die uns so herzlich in Ihren Städten, Gemeinden, Vereinen und Scheunen empfangen haben.
Das Engagement der Elternvereine, Stadtverwaltungen und auch die große Freundlichkeit der Menschen, denen wir zufällig auf den Etappen begegnet sind, war schlichtweg begeisternd!

Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

Eure Blogger

7. Etappe: Hannover-Nienburg | 27.08.2010

28. August 2010

Blubb, blubb, blubb…

Zunächst einmal müssen wir uns entschuldigen, wir haben Euch vor wenigen Tagen, beim Blog zur Etappe nach Braunschweig, eine tolle Nachricht unterschlagen: Tobias, fast 16, der abends bei der Veranstaltung des braunschweiger Elternvereins anwesend war, möchte unbedingt in zwei Jahren mit uns mitfahren (Zitat: „Das habe ich mir schon ganz lange vorgenommen.“) und war deshalb über unseren Besuch besonders froh.
Und den Kommentaren konnten wir entnehmen, dass auch Aziz einmal dazu stoßen möchte.
Ihr seht, auch in Sachen Fahrergewinnung sind wir mit vollem Einsatz dabei.
Ansonsten möchten wir uns einmal ganz herzlich bei der wachsenden Gemeinschaft derer bedanken, die diesen Blog verfolgen. Wir verzeichnen mittlerweile mehrere hundert Zugriffe pro Tag, auf die wir mächtig stolz sind und die belegen, wie wichtig die Regenbogenfahrt und ihr Anliegen auch in der Öffentlichkeit geschätzt wird. Kommentiert auch fleißig weiter!
Nun aber endlich zum heutigen Tag:
Dem Titel des Eintrags könnt Ihr Vieles schon entnehmen, aber trotzdem möchten wir dem „Blubb, blubb, blubb…“, das Florian M. aus Karlsruhe als Titel vorgeschlagen hat, nach ein paar Worte zur Seite stellen, damit der Blog nicht ins Wasser fällt (ha ha ha!).
Um 9 Uhr ging es heute Morgen zunächst noch einmal zur Klinik in Hannover, wo wir von Frau Dr. H. Möning, Hannovers stellvertretenden Bürgermeisterin, auf die Etappe verabschiedet wurden. Gleichzeitig bekamen wir auch drei GastfahrerInnen: Frau Dr. Christin Linderkamp und zwei Handballer vom HSV Hannover, Urs Mücke und Bastian Riedel, begleiteten uns tapfer durch den auch heute heftigen Regen. Da machte es dann auch nichts, dass die Schuhe noch vom Vortag feucht waren. Am Vormittag erreichten wir dann das Rathaus von Garbsen, wo Bürgermeister Alexander Heuer und seine Assistentin uns die Stadt näher brachten und uns ein kleines Handtuch als Andenken schenkten, bei diesem Wetter eine passende Idee. Nicht nur Garbsen ließen wir dann hinter uns, sondern auch von den beiden Motorradpolizisten, die uns seit Peine am gestrigen Tage begleitet hatten, verabschiedeten wir uns. Danke Pierre, danke Berti!
Ob des Wetters mit leichter Verspätung unterwegs erreichten wir am Nachmittag nach 45 km dann das Steinhuder Meer, wo wir im Restaurant „Neue Moorhütte“ zu Mittag aßen. Kaum einer hielt es für möglich, aber es regnete mindestens so heftig wie am Vortag, als wir uns wieder auf machten. Nun war eh alles egal und so hob keiner beim Durchfahren der Pfützen mehr die Füße hoch. Und auch heute wieder gewährte uns für kurze Zeit ein freundlicher Landwirt Unterschlupf in seiner Scheune, wo wir zwischendurch kurz Rast machten.
Alle waren dann aber nach 70 km froh, die Stadtverwaltung im Etappenziel Nienburg zu erreichen. Auch hier wurden wir herzlich begrüßt und bereuen es schon, Samstagmorgen nicht den schönsten Markt Europas (offizieller Titel) besuchen zu können, aber das pünktliche Erreichen Bremens hat selbstverständliche Priorität.
Bis Nienburg hat übrigens die Stationsärztin Christin durchgehalten (Basti und Urs verließen uns zwischendurch, zu anstrengend? ;-) ), die sicher an Ihrem nächsten Arbeitstag viel zu erzählen hat. Sie bestätigte unsere Empfindungen beim Besuch der Klinik in Hannover und berichtet von tollen Rückmeldungen seitens der Kinder.
Auch wenn sicher bei diesen Worten allen warm ums Herz wurde, blieb der Rest des Körpers doch durchgefroren. Das Naturfreundehaus Nienburg erreichten wir zum Glück nach wenigen Minuten, wo wir nach heißer Dusche einen schönen Abend verbrachten.

Nach einem Tag ohne Klinikbesuch freuen sich alle auf die Klinik morgen in Bremen,
dem Tourziel 2010!

Eure Blogger

Ein Zwischenruf…

28. August 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

sicher haben viele von Euch auch die Fotos auf dieser Seite angeschaut und manch einer mag verwundert über unsere tolle und einheitliche Ausrüstung gewesen sein oder sich überhaupt gefragt haben, wie das mit der Tour so funktioniert.
Ganz klar ist: Die Regenbogenfahrt ist eine großartige Geschichte!
Rund vierzig ehemals Betroffene fahren auf dem Rad durch Deutschland und machen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern Mut. Mut können wir aber nur machen, wenn die Organisation und die Finanzierung gesichert sind. Dafür sind nicht nur die Fahrerinnen und Fahrer verantwortlich, sonder auch eine Menge Sponsoren.
Bitte schaut Euch die Bilder an, die wir zu diesem Thema hochgeladen haben und die Unterstützer bzw. das gesponserte Material in Aktion zeigen.

Die Ralf Bohle GmbH als Hauptsponsor unterstützt uns nicht nur mit Top-Reifenmaterial, sondern auch mit fähigen Mitarbeitern, die uns bei Pannen oder Defekten am Rad helfen und das auch manchmal sogar spät am Abend getan haben. Außerdem unterstützt uns das Unternehmen auch mit finanziellen Mitteln. Ein herzlicher Dank dafür nach Köln.

Auch die Barmer GEK unterstützt die Regenbogenfahrt seit Jahren mit großem Engagement, wofür wir sehr dankbar sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Barmer GEK bereiteten uns außerdem einen schönen Empfang in Bremen.
Wir danken den „Gesundheitsexperten“ sehr dafür, sich immer wieder zu entschließen,
uns zu helfen.

Der Rad Club Deutschland unterstützt und ebenso tatkräftig und stellt weite Teile unserer Radbekleidung. In diesem Jahr bekamen wir beispielsweise neue Regenjacken zur Verfügung gestellt. Die Übergabe an die Teilnehmenden der Fahrt erfolgte bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad Celsius. Wir wissen dank Petrus nun, dass die Jacken wetterfest und regensicher sind und danken auch dem Rad Club.

Der Spezialist für professionelles Equipment rund um’s Fahrrad heißt Ortlieb. Die gesponserten Radtaschen sind absolute Klasse und halten dem Test mit dem Gartenschlauch stand. Vielen Dank Ortlieb!

Ohne diese Sponsoren und Geldgeber wäre die Regenbogenfahrt in dieser Form schlichtweg nicht durchführbar, weshalb das Engagement der Genannten kaum hoch genug geschätzt werden kann!
Im Namen aller Regenbogenfahrerinnen und Regenbogenfahrer ein großes

DANKE !!!

Andrea, Eva und Alex

6. Etappe: Braunschweig – Hannover | 26.08.2010

27. August 2010

Viel Glück und viel Regen auf all Deinen Wegen

Liebe Regenbogenfans,
was sollen wir schreiben, der heutige Tag begann mit Regen und endete mit Regen. Unglücklicherweise erwartete uns aber weder auf unserer ersten, noch an der letzten Rast ein Regen“bogen“ – irgendwie hat Petrus die Sonne vergessen.
Aber erstmal der Reihe nach:
Gegen 9 Uhr sind wir heute früh in Braunschweig nach einem ungewöhnlich herzlichen und familiären Frühstück in unserer Unterkunft bei Familie Meyer gestartet und sattelten unsere Pferde auch angesichts der Pfützen, die sich schon in der Nacht gebildet hatten.
Spätestens jetzt war auch allen neuen Radlern klar, dass die Regenbogenfahrer ihre Wortabstammung ernst nehmen und bei jeder Wetterlage auf´ s Rad steigen, anstatt sich von dunklen Wolken über den Köpfen die Tatkraft rauben zu lassen. Wir sollten dann tatsächlich auch nur wenige Kilometer im Trockenen vorankommen dürfen. Als wir nach längerer Fahrt am Wasser Peine erreichten regnete es bereits in Strömen. Aufwärmen konnten wir uns dann aber beim warmen Empfang im Rathaus der Stadt, wo uns Bürgermeister Michael Kessler einlud. Bei geradezu sinnflutartigen Regenfällen ging es dann, sogar in Begleitung eines Ratsherrn der Satdt Peine weiter nach Hannover. Der Herr verließ uns übrigens bald und schwamm nach Hause. Bezeichnend für die Stimmung in der Truppe auch während der Anstrengung war heute, dass wir lauthals dem Regen trotzten und von „Eisgekühlter Bommerlunder“ über „Bruder Jacob“ bis zu „Singing in the rain“ alle Stimmungsmacher radelnd sangen.
Der Schauer löste indes Bäche auf den Straßen und Wegen aus, sodass wir uns in Absprache mit den flexiblen Polizisten entschlossen, über die Bundesstraße Niedersachsens Landeshauptstadt zu erreichen, um etwas von der verlorenen Zeit aufzuholen. Nach kurzer Rast im Hof eines gastfreundlichen Milchbauerns in Evern, der uns Unterschlupf gewährte, erhöhten wir wieder einmal das Tempo und flogen gen Hannover. Trotz der guten Organisation der Tour kann man natürlich nicht alles planen, was manchmal zu schönen Erlebnissen wie diesem führt: Zwei Köche einer psychiatrischen Klinik kurz vor dem Ziel, schlossen sich uns begeistert an wiesen uns den Weg zur Kinderklinik Hannover. Hier erwartete uns ein Kamerateam von Sat 1 unser Kommen. Wir fuhren aber zunächst nur kurz am Kameramann vorbei, der nun glücklich über die Bilder war und machten uns dann, da klatschnass, auf zur nahegelegenen Unterkunft. Nur einige Vertreter blieben noch für ein Interview. Nach kurzer Dusche ging es dann aber auch für alle Anderen voller Vorfreude auf die onkologische Station. Zurzeit sind dort fast 20 Kinder und Jugendliche in stationärer Behandlung, sodass es heute besonders viel Mut zu verteilen galt. Trotzdem überraschte uns aber auch hier wieder die große Tapferkeit und Zuversicht der Erkrankten. Lisa, 15 Jahre alt und begeisterte Fußballerin, lachte schon eine Woche nach dem Erhalt der Diagnose wieder und blickte zuversichtlich in die Zukunft. Auch dass Kinder, die an diesem Tag eigentlich vorübergehend nach Hause entlassen worden waren, die Station nicht verließen, um mit uns sprechen zu können war für uns eine große Ehre und bestärkte uns noch einmal in unserer Mission. Collin fasste sein Gefühl in Worte und sagte uns, dass es ganz einfach toll sei, dass wir hier seien! Sicher hat er sich auch über die anwesenden Klinikclowns von Clinic-Clowns Hannover e.V. gefreut, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kinder auch in schwierigen Lebenslagen zum Lachen zu bringen, frei nach dem Motto „Lachen macht gesund“.
Nach diesen schönen Erlebnissen ließen wir dann mit Vertretern des Elternvereins „Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V.“ und Mitarbeitern des Klinikums den Tag stilvoll ausklingen.
Wir danken allen Beteiligten, besonders aber der Vorsitzenden des Elternvereins Frau Dütemeyer. Gekrönt wurde dieser schöne Abend vom 25-jährigen Geburtstag der Tourteilnehmerin Steffi, der an der Hotelbar begrüßt wurde.

Wie sollten wir wirkungsvoll Hoffnung verbreiten, wenn wir nicht selbst eine Menge davon in uns tragen würden? Heute gilt diese Hoffnung dem Wetter und der Heizung, die hoffentlich unsere Schuhe bis morgen getrocknet hat.

In diesem Sinne

Eure Blogger

5. Etappe: Wolfsburg – Braunschweig | 25.08.2010

26. August 2010

Muskelschonen und Seelebaumeln!

Liebe Regenbogenfans,

Ihr bekommt natürlich immer das Allerneueste der Tour und seid ständig bestens informiert, deshalb auch hiermit die erstaunlichte Nachricht des Tages: Wir durften ausschlafen! Nach den anstrengenden Etappen der letzten Tage und dem tollen Abend in Wolfsburg ließ der Streckenplan heute etwas Erholung zu. Bevor wir unsere Kurzetappe nach Braunschweig allerdings antraten mussten wir uns leider auch am heutigen Tag von einer Regenbogenfahrerin verabschieden. Sabine, für Insider auch als Gewerkschaftsvorsitzende weitreichend bekannt, musste uns heute früh leider verlassen- für alle Gewerkschaftler ein hartes Los, allerdings freuen wir uns schon heute auf das nächste Jahr. Dank des „erstmaligen Ausschlafens“ machten wir uns erst um 9.45 Uhr auf den Weg, der uns direkt in die Kinderklinik und in das dort integrierte Kinderhaus führte. Hier lernten wir nun auch die Kinder kennen, deren Eltern und Ärzteteam wir bereits seit dem Vorabend kannten. Im Kinderhaus „Villa Bunterkunt“ begrüßte uns der Klinikdirektor Herr Sinnecker mit einer ergreifenden Rede, die viele von uns bewegte und in der er den Grundgedanken der Tour herausstellte: Hoffnung verbreiten. Das Besondere der Kinder- Villa liegt in dem Umstand, dass die Kinder direkt von der Station in das Spiel- und Erholungshaus kommen können und so eine Möglichkeit finden, dem Therapiealltag zu entfliehen, ohne das Krankenhausgelände und das Klinikpersonal verlassen zu müssen. Auch wir fühlten uns mit den Kindern schnell wohl und genossen das gemeinsame Ritterburgenspielen und Puzzeln. Zum Abschied erteilte uns Nicola Leuke, Pfarrerin, einen Reisesegen und wünschte uns Gottes Beistand auf der Tour. Mit dem guten Gefühl des Beschütztseins verließen wir dann die Autostadt. Ab der Klinik begleitete uns dann Mahmoud ein ebenfalls ehemaliger Krebspatient auf unserer Strecke nach Braunschweig. Ebenfalls auf diesem Teilstück begleiteten uns übrigens wieder Polizisten, die uns das Vorankommen als große Gruppe erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Tour auf dem Rad leisten. Den obligatorischen (zum Glück kleinen) Sturz von Anja konnten aber auch sie nicht verhindern und Anja bekam die geforderte Pipipause, die der mutmaßliche Auslöser des Malheurs war. Und auch Tina ließ die Anwesenheit der Staatsgewalt unbeeindruckt und nahm den Kampf mit einem Pfosten auf. Der Pfosten hat übrigens gewonnen, Tina auch, an Erfahrung. Immer am Elbufer entlang machten wir uns bei merklich kühleren Temperaturen über Fallersleben und Abbesbüttel auf zum heutigen Etappenziel. In Abbesbüttel erwartete uns dann ganz unverhofft eine besondere Überraschung, die Feuerwehr aus Groß Schwülper empfing uns mit einem zu durchfahrenden Bogen aus ihrem Löschschlauch und einem großen Willkommenstransparent. Wir möchten uns natürlich ungern selbst loben, müssen aber an dieser Stelle auf unseren investigativen Journalismus verweisen und dürfen verkünden, dass wir als Initiatoren die Verwandschaft unserer Mitfahrerin Daniela ausfindig machen konnten, bei denen wir uns herzlich bedanken. An der Stadtgrenze Braunschweigs stoßen dann Vertreter des Elternvereins Weggefährten- Elternhilfe zur Unterstützung tumorkranker Kinder Braunschweig zu uns und auch Mitglieder der Blue Knights zu uns. Letztere Herren begleiteten uns auf dem Motorrad, was uns mit über 400 Kilometern in den Knochen natürlich nur ein müdes Lächeln abzuringen vermochte ;-) Wir sind aber dafür umso begeisterter, dass sich die Blue Knights intensiv für den Verein in Braunschweig engagieren. Wir erreichten nach geradezu erholsamen 40 Kilometern die Klinik, wo man uns herzlich und bei schönstem Sonnenschein willkommen hieß. Nach Ansprachen von Prof. Koch, Dr. Eberl (beide Klinik Braunschweig), Herrn Markurt (Sozial- und Gesundheitsdezernent), Frau Renz (Elternverein Weggefährten) und natürlich unserer liebgeschätzten Andrea ;-) durften wir zu Kaffee, Kuchen und Buffet im Garten Platz nehmen und auch hier viel Zeit mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen verbringen. Viele zeigten sich unglaublich begeistert von unserem Besuch und bestärkten uns damit in unserem Tun. Als ein Beispiel dürfen wir Aziz, derzeit wegen Leukämie in Behandlung, nennen, der sich sehr auf unser Kommen gefreut hat. Spaß bereiteten neben den mitgebrachten Geschenken auch die Klinikclowns, die zum Anlass der Rast der Regenbogenfaher gekommen waren. Gegen 16.30 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft, wo wir Markus Lambertz von unserem Sponsor Schwalbe verabschiedeten. Wer uns und die Tour ein wenig kennt, weiß, dass die dreifache La Ola- Welle nur zu besonderen Anlässen gezeigt wird, dieser war ein solcher. Gleichzeitig begrüßen wir Peter Krischio, der uns bis zum Ende der Tour im Namen der Schwalbe unterstützen wird. Unter großem Applaus bedankten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Einsatz von Markus Lambertz und der Firma Schwalbe im Allgemeinen. Neben der Ausstattung aller mit Schwalbe-Reifen ermöglichte Markus und natürlich auch Christian Lademann, der uns ja schon vor einigen Tagen leider wieder verlassen musste, auch kleine Wünsche, wie Reparaturen am Rad oder die Anbringung eines zusätzlichen Getränkehalters. Damit leistet Schwalbe sogar mehr als überhaupt zu erwarten war. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle! Um 18.15 Uhr machten wir uns dann mit dem extra eingerichteten Busshuttle auf den Weg zur Abendveranstaltung, die der Elternverein Weggefährten verantwortete. Die Strandbar Okerkabana sollten wir über die Nutzung eines großen Floßes erreichen, einer, wenn wir es so ausdrücken dürfen, eine Art schwimmenden Kneipe. Jan, der Kapitän, oder um im Bild zu bleiben, der Wirt steuerte uns zielsicher über die Oker und lieferte interessante Informationen zur Stadt Braunschweig, der Botanik rund um die Oker und seinen gelegentlichen Minutenschlaf. Allerdings blieb er uns die Beantwortung der Frage schuldig, wann genau der Kanal angelegt wurde und ist hiermit offiziell aufgefordert, die fehlende Info per Kommentar zum Blog nachzureichen! Allerdings vielen Dank für den Hinweis, dass es sehr viele typische schlesische Lochbäume am Ufer der Oker gibt ;-) )) In der Okerkabana verbrachten wir schließlich einen tollen Abend. Die herzliche und offene Art der Vereinsmitglieder ermöglichte ebenso interessante wie intensive Gespräche und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben! Der Elternverein Braunschweigs setzt damit die positive Reihe der Tages- und Etappenabschlüsse fort. Wir möchten uns ausdrücklich bei den „Weggefährten“, allen voran der Vorsitzenden Frau Renz, und auch allen anderen Elternvereinen, deren Gäste wir auf dieser 18. Regenbogenfahrt sein durften, für die Energie bedanken, die in die Organisation der Abende geflossen ist und in vielen Momenten deutlich wird. An dieser Stelle dürfen wir aber auch Lisa nicht vergessen, die sich im Vorfeld der Tour mit dem Elternverein um die Gestaltung des Abends bemüht hat, die Teilnahme an der Tour aber leider kurzfristig absagen musste: Danke Lisa – wir vermissen dich!!! Wie so oft im Leben mussten wir aber feststellen, dass Oma Recht hat mit Ihren Lebensweisheiten: Man soll aufhören, wenn´ s am schönsten ist! Aus diesem Grund rafften wir uns irgendwann auf und verließen die einladenden Hängematten der Strandbar wieder, um uns von den Mitgliedern des Vereins am Busshuttle herzlich verabschieden zu lassen und die Unterkunft aufzusuchen. So, jetzt klopfen wir aber den Sand aus den Schuhen und begeben uns ins Land der Träume, um morgen wieder in alter frischer auf´ s Rad zu steigen und uns voller Tatendrang auf nach Hannover machen zu können! Eure Blogger

4.Etappe: Magdeburg – Wolfsburg | 24.08.2010

25. August 2010

Die Trilogie der Königsetappen komplett!

Liebe treuen Blogleserinnen und Blogleser,

auch dieser Tag begann wieder früh und so machten wir uns um 7.30 Uhr auf den Weg ins Elternhaus des Förderkreises Magdeburg, wo wir mit einem tollen Frühstück begrüßt worden sind, das wir sogar im wunderschönen Jose Carreras- Innenhof einnehmen durften. Das Highlight war aber natürlich wieder der Besuch der Kinderstation. Vier Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs Wochen bis 19 Jahren konnten wir damit eine kleine Freude bereiten und uns mit ihnen und den Eltern über die gemeinsamen Erfahrungen austauschen. Zu unserer großen Begeisterung machten sich sogar einige der kleinen Patienten auf, uns unmittelbar vor der Abfahrt winkend zu verabschieden. Und auch der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger im Rudern Willms ließ es sich nicht nehmen, uns kurz kennen zu lernen und persönlich alles Gute für die weitere Fahrt zu wünschen.
Die professionelle Polizeibegleitung des Zentralen Einsatzdienst Harz um Polizeikommissar Lars Schack erleichterte zwar anschließend das Fahren auf den Bundes- und Landstraßen erheblich, aber gegen den heftigen Gegenwind war dann auch die Polizei machtlos. Die Regenbogenfahrerinnen und Regenbogenfahrer dürften sich an den letzten Nordseeurlaub erinnert gefühlt haben und lernten das Gefühl kennen, auch beim Bergabfahren noch tüchtig strampeln zu müssen. Nach etwa 36 Kilometern, ca. einem Drittel der Gesamtsrecke, machten wir dann die erste bereits wohlverdiente Rast in Haldensleben, der Stadt zwischen den Wäldern, wie uns Bürgermeister Eichler erklärte. Beim freundlichen Empfang erfuhren wir viel über die tausendjährige Stadtgeschichte, den Wirtschaftfaktor Hafen (daher der Wind?) und die Region im Allgemeinen. Außerdem durften wir uns über eine Spende seitens der Stadt freuen, die in Zukunft der Stiftung zu Gute kommen wird.
Von Halldensleben machten wir uns weiter auf Richtung Wolfsburg und durchradelten dabei Bülstringen, Calvörde, Wegestedt und Rätzlingen. Erfreulicherweise ohne Panne oder Sturz setzten wir trotz des immer stärkeren Windes unser hohes Tourtempo fort. Die herausfordernden Bedingungen dieser Etappe wirkten sich aber merklich auf unser Kommunikationsverhalten aus und so setzte die geradezu meditative Phase der Tour ein und nur das Klicken der Schaltungen und gelegentliches Stöhnen war zu hören. Nur einige Hartgesottene summten passender weise „Wind of Change“ und trotzten so den Bedingungen. Eine Fahrt „Durch den Monsun“ blieb uns aber erfreulicherweise erspart, denn die Sonne begleitete uns auf den Weg in die Autostadt. Bei Kilometer 75 passierten wir dann zum zweiten Mal auf dieser Tour eine Landesgrenze und verließen in Oebisfelde Sachsen-Anhalt und erreichten Niedersachsen über die alte Grenze zwischen der BRD und der DDR. Im Burghof der Oebisfelder Sumpfburg empfingen uns Herr Groneburg und Frau Wolf in historischem Ambiente und konnten uns diese schöne Gegend näher bringen. Auch hier durften wir uns über eine Spende zu Gunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung freuen.
Ebenso große Freude wie beim Erhalt der Spende kam beim Besteigen des Burgturms auf, Wolfsburg war bereits in Sicht! Die letzten zwanzig Kilometer begleiteten uns dann zwei wolfsburger Fahradpolizisten, Jens Oertelt und Jan Kopatzki, in der Gruppe. Wir nutzten nach langer Fahrt auf Bundesstraßen, die uns die Polizisten aus dem Harz ermöglicht hatten, nun Waldwege und genossen die Abwechslung, auch wenn die Anstrengungen der Etappe Spuren hinterlassen hatte. Bei Neuhaus stießen dann Frau Albertz vom Heidi- Förderverein für krebskranke Kinder und Sina Krause als ehemalige Patienten zu uns und begleiteten uns bis zum Etappenziel.
Nach kurzer Regenerationsphase aßen wir gemeinsam mit Mitgliedern des Elternvereins und Ärzten der wolfsburger Klinik im idyllischen Simonshof zu Abend. Anschließend besuchten wir gemeinsam die sogenannte Autostadt, die die meisten von uns noch nicht kannten und sofort begeisterte. Eine spektakuläre Wassershow bildete dort den Abschluss eines ausgesprochen schönen Tages und Abends. Auch der nun einsetzende Regen konnte uns nicht vom Tanzen zur Musik der Show abbringen und setzte trotz der drei zurückgelegten Königsetappen noch einmal Energien frei.

Wir freuen uns nach der tollen Organisation des Abends durch den Elternverein nun auf den Besuch der Klinik Morgenvormittag!

Bleibt uns gewogen und schreibt weiter so viele Kommentare, über die sich nicht nur wir, sondern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unheimlich freuen!

Eure Blogger

Die Trilogie der Königsetappen komplett!

Liebe treuen Blogleserinnen und Blogleser,

auch dieser Tag begann wieder früh und so machten wir uns um 7.30 Uhr auf den Weg ins Elternhaus des Förderkreises Magdeburg, wo wir mit einem tollen Frühstück begrüßt worden sind, das wir sogar im wunderschönen Jose Carreras- Innenhof einnehmen durften. Das Highlight war aber natürlich wieder der Besuch der Kinderstation. Vier Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs Wochen bis 19 Jahren konnten wir damit eine kleine Freude bereiten und uns mit ihnen und den Eltern über die gemeinsamen Erfahrungen austauschen. Zu unserer großen Begeisterung machten sich sogar einige der kleinen Patienten auf, uns unmittelbar vor der Abfahrt winkend zu verabschieden. Und auch der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger im Rudern Willms ließ es sich nicht nehmen, uns kurz kennen zu lernen und persönlich alles Gute für die weitere Fahrt zu wünschen.

Die professionelle Polizeibegleitung des Zentralen Einsatzdienst Harz um Polizeikommissar Lars Schack erleichterte zwar anschließend das Fahren auf den Bundes- und Landstraßen erheblich, aber gegen den heftigen Gegenwind war dann auch die Polizei machtlos. Die Regenbogenfahrerinnen und Regenbogenfahrer dürften sich an den letzten Nordseeurlaub erinnert gefühlt haben und lernten das Gefühl kennen, auch beim Bergabfahren noch tüchtig strampeln zu müssen. Nach etwa 36 Kilometern, ca. einem Drittel der Gesamtsrecke, machten wir dann die erste bereits wohlverdiente Rast in Haldensleben, der Stadt zwischen den Wäldern, wie uns Bürgermeister Eichler erklärte. Beim freundlichen Empfang erfuhren wir viel über die tausendjährige Stadtgeschichte, den Wirtschaftfaktor Hafen (daher der Wind?) und die Region im Allgemeinen. Außerdem durften wir uns über eine Spende seitens der Stadt freuen, die in Zukunft der Stiftung zu Gute kommen wird.

Von Halldensleben machten wir uns weiter auf Richtung Wolfsburg und durchradelten dabei Bülstringen, Calvörde, Wegestedt und Rätzlingen. Erfreulicherweise ohne Panne oder Sturz setzten wir trotz des immer stärkeren Windes unser hohes Tourtempo fort. Die herausfordernden Bedingungen dieser Etappe wirkten sich aber merklich auf unser Kommunikationsverhalten aus und so setzte die geradezu meditative Phase der Tour ein und nur das Klicken der Schaltungen und gelegentliches Stöhnen war zu hören. Nur einige Hartgesottene summten passender weise „Wind of Change“ und trotzten so den Bedingungen. Eine Fahrt „Durch den Monsun“ blieb uns aber erfreulicherweise erspart, denn die Sonne begleitete uns auf den Weg in die Autostadt. Bei Kilometer 75 passierten wir dann zum zweiten Mal auf dieser Tour eine Landesgrenze und verließen in Oebisfelde Sachsen-Anhalt und erreichten Niedersachsen über die alte Grenze zwischen der BRD und der DDR. Im Burghof der Oebisfelder Sumpfburg empfingen uns Herr Groneburg und Frau Wolf in historischem Ambiente und konnten uns diese schöne Gegend näher bringen. Auch hier durften wir uns über eine Spende zu Gunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung freuen.

Ebenso große Freude wie beim Erhalt der Spende kam beim Besteigen des Burgturms auf, Wolfsburg war bereits in Sicht! Die letzten zwanzig Kilometer begleiteten uns dann zwei wolfsburger Fahradpolizisten, Jens Oertelt und Jan Kopatzki, in der Gruppe. Wir nutzten nach langer Fahrt auf Bundesstraßen, die uns die Polizisten aus dem Harz ermöglicht hatten, nun Waldwege und genossen die Abwechslung, auch wenn die Anstrengungen der Etappe Spuren hinterlassen hatte. Bei Neuhaus stießen dann Frau Albertz vom Heidi- Förderverein für krebskranke Kinder und Sina Krause als ehemalige Patienten zu uns und begleiteten uns bis zum Etappenziel.

Nach kurzer Regenerationsphase aßen wir gemeinsam mit Mitgliedern des Elternvereins und Ärzten der wolfsburger Klinik im idyllischen Simonshof zu Abend. Anschließend besuchten wir gemeinsam die sogenannte Autostadt, die die meisten von uns noch nicht kannten und sofort begeisterte. Eine spektakuläre Wassershow bildete dort den Abschluss eines ausgesprochen schönen Tages und Abends. Auch der nun einsetzende Regen konnte uns nicht vom Tanzen zur Musik der Show abbringen und setzte trotz der drei zurückgelegten Königsetappen noch einmal Energien frei.

Wir freuen uns nach der tollen Organisation des Abends durch den Elternverein nun auf den Besuch der Klinik Morgenvormittag!

Bleibt uns gewogen und schreibt weiter so viele Kommentare, über die sich nicht nur wir, sondern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unheimlich freuen!

Eure Blogger

3. Etappe: Halle- Magdeburg | 23.8.2010

24. August 2010

Königsetappen II

Liebe Leserinnen und Leser,

auch heute können wir Euch stolz aus der nächsten Stadt schreiben. Nach 102,7 Kilometern haben wir am heutigen Abend Magdeburg erreicht und haben damit wieder leicht die angesetzte Kilometerzahl überschritten. In aller Frühe haben wir uns heute Morgen auf den Weg in den „Kinderplaneten“ des Elternvereins in Halle gemacht, den wir- und Ihr- ja schon von Sonntagabend kennt. Nach dem Frühstück, an dem schon einige erkrankte Kinder teilnahmen, sind wir dann natürlich auch wieder selbst auf die Kinderstation gegangen. Zehn Kindern im Alter von vier bis 21 Jahren konnten wir so etwas Abwechslung, Freude und Mut in ihren Therapiealltag bringen. Aber auch wir als Fahrerinnen und Fahrer wurden verwöhnt: Stefan, der sich jeden Dienstag für den Verein engagiert, massierte uns heute exklusiv und garantierte so einen perfekten Start in den Tag. Nochmals vielen Dank dafür an Stefan, seinen Chef und den gesamten Elternverein!
Gut massiert und von den bewegten Bildern auf der Station begleitet, machten wir uns auf den Weg über Gröbzig Richtung Bernburg. Dort wurden wir vom Oberbürgermeister Henry Schütze herzlichst begrüßt und ins Herzstück des Rathauses, den Ratssaal, eingeladen. Nach kurzem Imbiss und kleinem Bergfest (50 km) setzten wir uns wieder auf die Räder und steuerten weiter auf Magdeburg. Der Regen, der uns seit Bernburg begleitete, änderte nichts am hohen Tempo der Gruppe, das wir schon gestern an den Tag legten. Dass das Begleitfahrzeug sich trotz der langen Etappe und der zeitweise durchaus anspruchsvollen Strecke nicht weiter füllte (einige leicht geschwächte Fahrerinnen und Fahrer waren am Morgen vorsichtshalber nichts auf´ s Rad gestiegen) ist auch dem tatkräftigen Einsatz einiger Mitfahrer zu verdanken, die immer wieder durch Anschieben dafür sorgten, dass keiner den Anschluss verliert. Obgleich sich manch einer durch seine großzügige Unterstützung  der Quartiermeisterin das beste Zimmer zu sichern versuchen schien, nicht wahr Franz? ;-)
Am Nachmittag erreichten wir dann das kleine Etappenziel in Kleinmühligen, in dem wir das Friedenfahrtsmuseum besuchten. Dort konnten wir einige interessante Ausstellungsstücke genauer unter die Lupe nehmen und uns über die lange Tradition der Friedensfahrt informieren, die sich zum Ziel gesetzt hat, sportliche Höchstleistung auf dem Rad mit gesellschaftlichem Engagement zu verbinden. Eine Grundidee, der wir uns als Regenbogenfahrtteilnehmer natürlich besonders verbunden fühlen. Der begeisterte Leiter des Museums, Herr Schäfer, ließ es sich nicht nehmen, uns mit der traditionellen Musik der Friedensfahrt auf unsere Weiterreise zu verabschieden. Eigentlich können wir Kleinmühligen also in bester Erinnerung behalten, wenn nicht am Ortsausgang eine gemeine Wespe zugeschlagen hätte. Karl, besser Karls Lippe, fiel einem Stich zum Opfer und musste fortan mit der Zwiebel einer freundlichen alt eingesessenen Kleinmühlingerin behandelt werden. In Schönebeck konnten aber Dank des dazu stoßenden Klinikclowns der Klinik Magdeburg namens Christine alle bald wieder lachen. Samt Clown ging es dann auf die letzten 15 Kilometer dieser Etappe, die uns am Elbufer entlang und durch den Pionierpark bis in die Innenstadt von Magdeburg führten. Nach kurzem Einchecken in der Jugendherberge machten wir uns um 19.00 Uhr auf den Weg zum Magdeburger Dom, wo uns der Domprediger persönlich empfing und wir eine exklusive kleine Führung bekamen, die uns die lange Geschichte des Doms und der Stadt vermittelte. Anschließend lud uns der Elternverein zum Abendesse im wunderschönen Kreuzgang des Doms ein. Nach heftigem Regen im Domgarten klarte dann auch der Himmel auf und die letzten Sonnenstrahlen des Tages verabschiedeten sich mit einem Regenbogen.
Dieses schöne Bild in Gedanken legen wir uns nun nach einem tollen Tag ins Bett, um diesmal etwas mehr zu schlafen (auch Blogger sind nur Menschen).

In diesem Sinne
Eure Blogger

2. Etappe: Jena- Halle | Sonntag, 22.08. 2010

23. August 2010

Der Beginn der Königsetappen (offizielle 95,3 Kilometer, tatsächliche 105,00 Kilometer)

Liebe Regenbogenfans,

Leider müssen wir den heutigen Blog mit einer Vermisstenanzeige beginnen: Unsere Geliebte Astrid (Bat At), Hauptverantwortliche dieses Blogs und Journalistin in spe, musste uns heute Morgen aus Krankheitsgründen verlassen- das vorläufige Ende des A-Teams.

Unterstützung bekommt Astrids Blogkollege Alex deshalb heute von Eva und Andrea, was leider kein schönes neues Wortspiel zulässt.

Nun aber zur Strecke: Heute sahen wir uns mit dem Beginn der Königsetappen konfrontiert, der uns von Jena nach Halle führen sollte. Pünktlich um 8 Uhr haben wir in Geleit der Thüringer Polizei, der unser herzlicher Dank gilt, unsere Unterkunft verlassen und uns zunächst auf den Weg nach Bad Kösen gemacht. Im dortigen Kurpark gab es für uns nicht nur die erste Rast und das allseits beliebte zweite Frühstück, sondern auch den Wechsel der verantwortlichen Landespolizei, denn wir überquerten die Grenze zu Sachen-Anhalt. Martin Zink und seine sieben Kollegen konnten nur mit Mühe davon abgehalten werden, uns neben ihrer persönlichen großen Tatkraft auch Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Taucher und eine Pferdestaffel zur Verfügung zu stellen. Scherz beiseite: Wir konnten uns auch im neuen Bundesland auf jedem Meter sicher fühlen und sahen uns perfekt begleitet.. Einzig Mühe bereiteten uns die stetig steigenden Temperaturen und Höhenmeter, sodass in gleichmäßigem Verhältnis zu diesen Faktoren auch unser Verbrauch an Sonnenmilch und Wasser stieg. Doch weder Hitze, noch 9%-ige Steigungen oder Kopfsteinpflaster konnte uns von unserem Weg von Mücheln bis zum Geiseltal abbringen, sodass wir am Nachmittag an der Wetterschutzhütte ankamen. Bei unserer zweiten Rast konnten wir mit großer Freude (und leichter Verwunderung) feststellen, dass wir aufgrund des hohen Tempos und unseres vollen Einsatzes sogar vor dem eng gestrickten Zeitplan lagen, was zur Folge hatte, dass uns mehr Zeit für die leckere Gulaschkanone blieb und wir sogar etwas auf der Wiese entspannen konnten. Entspannen kann nun auch für einige Tage unser lieber Micha, der uns heute verlassen musste, aber Donnerstag (klar, nach den härtesten Etappen) zu uns zurück kehren wird. Die Zeit zum Relaxen war aber auch noch einmal nötig. Zwar wurde es merklich flacher, dafür mehrte sich das Kopfsteinpflaster, das vielen nun auch noch einen Muskelkater in den Armen bescheren dürfte. Die meisten von uns Fahrerinnen und Fahrer und sicher auch die Mehrzahl der Blogleser werden noch nie etwas von folgenden Orten gehört haben: Niederklobikau, Burgstaden, Bad Lauchstadt oder Delitz am Berge. Wir können Euch aber versichern, dass ein Ausflug dorthin lohnt. Getragen durch das  große Interesse und den Jubel der Bürgerinnen und Bürger vor Ort kamen wir unserem Etappenziel Halle immer näher. In Delitz am Berge wurden wir sogar spontan mit dem Gartenschlauch abgekühlt, was bei der Hitze natürlich gut tat, einigen aber auf dem heftigen Sonnenbrand weh getan haben dürfte.

Die letzten Kilometer zur Jugendherberge in Halle gestalteten wir ähnlich flott wie bisher und erreichten überpünktlich unser Ziel. Nun konnten wir uns auf den Höhepunkt des Tages vorbereiten: Den Besuch des Elternvereins zur Förderung krebskranker Kinder Halle. Der Vorsitzende Herr Jacob und zahlreiche weitere Vereinsmitglieder, sowie Eltern und Kinder begrüßten uns herzlich in ihrem Vereinshaus gegenüber der Kinderklinik Halles, die wir Morgenvormittag noch besuchen werden. Bei Grillwürstchen und Salat lauschten wir im wunderschönen Garten der extra engagierten Band „Low Budget“, die für einen stimmungsvollen Beginn des Abends sorgte. Selbst der einsetzende Platzregen konnte da die Stimmung nicht trüben, denn alle Beteiligten- samt Band- zogen kurzerhand ins großzügige Innere des Vereinshauses. Dort besichtigten wir die Räumlichkeiten des Elternvereins, spielten Kicker und ließen den Tag ausklingen.

Für heute müssen wir uns von euch verabschieden, denn auch morgen wird ein langer Tag!

Mit Vorfreude auf die Kinderklinik Halle
Eure Bldebütantinnen Eva und Andrea sowie unserem Langzeitblogger Alex :-)

Erste Etappe: Erfurt – Jena, 21.8.2010

21. August 2010

Hallo ihr lieben Leser und Leserinnen da draußen,

ein langer Tag liegt hinter uns. Ein langer sonniger und heißer Tag um genau zu

sein. Nachdem wir heute morgen in der Klinik in Erfurt gefrühstückt haben und

anschließend offiziell vom Erfurter Oberbürgermeister Bausewein und der

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms in die Tour geschickt

wurden – vor dem herrlichen Ambiente der Erfurter Innenstadt und des Doms. Hier

fand heute übrigens parallel der Erfurter Christopher Street Day statt, so dass

wir aufgrund unserer Trikots von einigen CSD-Teilnehmer überschwänglich begrüßt

wurden :)

Unsere Mission war jedoch eine andere. Nicht durch die Stadt ziehen, sondern

durchs Land radeln. Entspannt ging es also Richtung Osten ins etwa 20 Kilometer

entfernte Weimar. Die Kollegen der Erfurter Polizei begleiteten uns ebenso treu

und geduldig wie die Sonne am Himmel, so dass wir nach entspannten 1,5 Stunden

in der Goethe-Stadt eintrafen und fast eine Hochzeit sprengten, weil wir

gewohnheitsgemäß durch den Vordereingang des Rathauses zur Begrüßung spazieren

wollten. Haben wir dann aber lieber gelassen und sind dem Leiter der

Pressestelle durch den Hintereingang gefolgt. Klammheimlich, schnell und ohne

großes Aufsehen. So, wie sich das für echte V.I.P.s gehört. Doch nur ein kurzer

Exkurs zur Stadtgeschichte, ein schneller Schluck Orangensaft und ein belegtes

Brötchen waren bei der Stippvisite laut Protokoll vorgesehen. Der Zeitplan

verlangte eine zügige Weiterfahrt. Vorher verabschiedete sich noch Michael

Blanke, der Lokführer und Kindheitstraumerfüller vom Vorabend, von uns. Er hatte

uns begleitet, wollte aber nicht weiter bis Erfurt kommen. „Die weiteren 30

Kilometer“ schaffe er nicht, log der durchtrainierte Hobby-Radler im

Sportlerdress ohne rot zu werden ;-) Wahrscheinlich wusste er aber, was auf ihn

zukommt. Vielleicht wollte er uns auch nicht einfach frustrieren mit seiner

Fitness. Auf jeden Fall ging es im Wellenprofil weiter nach Jena. Eine schöne

Strecke durch lauter niedliche Ortschaften, Ausblicke auf Felder, Wiesen und

Wälder. Und genau das war das Problem. „Ausblick“ impliziert irgendwie immer

auch „keinen Schatten“, was bei 30 Grad im Schatten ziemlich unsexy daherkommen

kann. Das typische Radler-Muster (Braune Unterschenkel und braune Arme bis kurz

vor der Schulter) nahm bei heute im Laufe des Tages erste Formen an, vor allem

bei den Un(vor)gebräunten bzw. den Uneingecremten.

Schatten gab es dann jedoch endlich kurz vor der Klinik in Jena. Das letzte

Stück fuhren wir im Wald, wo das ständige Auf und Ab auch gar nicht mehr störte.

Nur einer war unzufrieden: Alex, der schon, wie im vergangenen Jahr, das Rad

unseres uns begleitenden Schwalbe-Supporters und ehemaligen Rad-Weltmeisters

Christian leihweise fuhr, um mangelnden Trainingsrückstand wettzumachen ;-)

Guuut, vielleicht macht es auch mal Spaß, so ein schniekes Renngefährt aus

ultraleichtem Material und der High-End-Ausstattung spazieren zu fahren. Wie

auch immer, Alex musste den Umweg über gepflasterte Straße nehmen, da sein

Luxus-Drahtesel zu empfindlich für den Wald war.

Pünktlich um 16 Uhr trafen wir dann in der Jenaer Kinderklinik ein. Begrüßt

wurden wir vom Assistenzarzt Dr. Kästner, der mit viel Engagement über die

Kinderklinik erzählte und einige Regenbogenfahrer über die Station führte. Der

übrig gebliebene Rest vergnügte sich im Klinikgarten, spielte Frisbee oder

Fußball, unterhielt sich mit den Kindern, die im Garten waren und verspeiste

nicht zuletzt auch die nett aufbereiteten Snacks des Elternvereins der Stadt

Jena.

Um 18 Uhr fuhren wir noch zu einem vom Elternverein organisierten

Benefizfußballspiel. Dachten wir jedenfalls. Vor Ort stellte sich jedoch heraus,

dass das Turnier bereits stattgefunden hatte, der Sieger gekrönt wurde und

reichlich Spendengelder gesammelt werden konnten. Uns blieb ein leerer

Fußballplatz zum Frisbee spielen, eine Band mit toller Live-Musik und ein Imbiss

mit Thüringer Rostbratwürsten soviel, wie das Herz begehrte.

Nach etwa 2 Stunden ging’s ein letztes Mal auf den Drahtesel, um zur Unterkunft

zu radeln. Dort angekommen fielen die meisten von uns wohl totmüde in die

Betten. Nur unsere nimmer müden Schwalbe-Jungs zogen noch ein paar

Reifen auf, so dass ab morgen alle Fahrer und Fahrerinnen mit unplattbaren

Marathon-Reifen ausgerüstet sind und zumindest eine Reifenpanne nicht mehr Grund für mögliche Verzögerungen im Tourplan ist. Das darf nur das Wetter. Und morgen soll es wieder heiß werden und abends gewittern. Schöne Aussichten für eine fast

100km-Tour nach Halle morgen. Wir schlafen uns jetzt fit.

Gute Nacht,

Euer Blog-Team Astrid und Alex

Anreisetag 20.08.2010

20. August 2010

Liebe Regenbogenfans,

da sind wir wieder. Fit, fröhlich und munter. Und wir freuen uns, euch liebe Blog-Leser/innen hier zu begrüßen.

Seit gestern befinden wir uns in der schönen thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Die Anreise verlief etwas chaotisch, was einem großen, bundesdeutschen Personentransportunternehmen zu verdanken ist. Stellwerksausfall hieß der Grund, weswegen sich die Anreise mehrerer Fahrer und Fahrerinnen um Stunden verzögerte und einige die erste Etappe von Bischleben nach Erfurt fuhren. Trotz des Chaos haben unsere fitten Begleitfahrer den Überblick behalten und sich ums das Wesentliche gekümmert: Die Versorgung der Crew: Die Thüringer Schokoladenfabrik hat uns auf spontane Anfrage, umfangreiche Schokoladenpakete zur Verfügung, so dass die Gefahr der Unterzuckerung erstmal gebannt ist.

Die Deutschen Bahn, stets um Kundenzufriedenheit bemüht, konnte ihren kleinen Fauxpas dann jedoch auch noch ausgleichen und ließ Kinderträume wahr werden. Nachdem alle Leute ihre Zimmer bezogen hatten, mit Trikots ausgestattet waren, ihre Räder mit  neuen Reifen von unseren netten Schwalbe-Supportern Christian und Marcus worden sind und mit einem spontan einsetzten Bus-Shuttle in die DB Casino Lounge am Erfurter Stellwerk der Deutschen Bahn gefahren wurden, organisierte der DB-Mitarbeiter und Vorsitzende des Elternvereins Erfurt Michael Blanke eine Führung durch die Anlage. Dazu gehörte eine Fahrt in einer alten DB-Lok rumänischer Bauart von 1984, bei der selbst die Mädels unter uns plötzlich technikbegeistert diese Lok steuerten und mit Freude hupten. So ging es bestimmt zwei Stunden lang auf einem etwa 200m langen Abstellgleis hin und zurück, hin und zurück und wieder hin und zurück. Wir hatten unseren Spaß und für das leibliche Wohl sorgte der Elternverein mit selbstgemachten Salaten, Getränken und natürlich der typischen thüringischen Rostbratwurst auf dem Grill, um den sich die Herren kümmerten. Die Frauen sind ja Bahn gefahren ;-)

Um 23h ging es dann mit dem Sonderzug nach Pank… äääääh, ERFURT zurück zum Hauptbahnhof gefahren.

Heute morgen klingelte der Wecker wie immer ernüchternd früh und Frühstück gab es nun erst in der Kinderklinik, wo wir uns gerade befinden. Gleich geht es weiter zum Erfurt Domplatz, wo offizieller Start der Tour ist. Die Thüringer Polizei begleitet uns von nun an und wartet schon draußen. Wir müssen los, über Weimar nach Jena.

Die Sonne strahlt, wir melden uns wieder,

bis dahin, euer A-Blog-Team